In vielen isländischen Nachrichtenagenturen im sozialen Netzwerk Facebook ist eine gesponserte Anzeige gegen Baldur Þórhallssons Präsidentschaftskandidatur aufgetaucht.
Die Anzeige basiert auf Baldurs Sexualität. Es zeigt unter anderem Baldur und seinen Mann Felix Bergson beim Küssen vor Bessastaðir, wo die Schwulenflagge weht. Es wird angedeutet, dass Homosexualität in Bessastadir im Vordergrund stehen wird, wenn Baldur gewählt wird.
Janus Arn Guðmundsson, Teil von Baldurs Wahlteam, sagt, die Kandidatur habe Hinweise auf die Anzeigen erhalten, sei aber zuversichtlich, dass die Nation solche Propaganda durchschauen werde.
Er fordert die Administratoren der Website dringend auf, sie zu entfernen.
Island ist eine liberale Gesellschaft
Janus sagt, das Versorgungsteam sei auf solche Widrigkeiten vorbereitet, möchte aber nicht viel Energie aufwenden, um auf diese kleine, begrenzte Gruppe zu reagieren.
„Wir sind uns dieser speziellen Gruppe bewusst, natürlich hat alles eine Wirkung, aber das liegt daran, dass die Leute das durchschauen“, sagt Janus.
Er fügt hinzu, dass alle Umfragen zeigen, dass Island die liberalste Gesellschaft in Europa ist, wenn es um die Einstellung gegenüber der queeren Community geht.
„Das ist eine kleine, begrenzte Gruppe, genau wie 1980, als Vigdís Finnbogadóttir zum Präsidenten Islands gewählt wurde. Damals gab es eine kleine, definierte Gruppe, die sich nicht vorstellen konnte, eine Frau als Präsidentin zu wählen, geschweige denn eine alleinerziehende Mutter.
Aber dann war die Nation anders, sie war ihrer Zeit weit voraus“, sagt Janus.
Gesponserte Werbung
Nach Angaben von Facebook richtet sich die Anzeige an alle Nutzer des sozialen Netzwerks, die über 18 Jahre alt sind und ihren Wohnsitz in Island haben.
Die Kosten für die Werbung betrugen 20-25.000 ISK. Die geschätzte Größe der Zielgruppe liegt bei etwa 100.000 bis 500.000 Nutzern.
Es ist nicht erkennbar, wer der Zahler hinter der Anzeige ist.
Die Seite ist seit 2016 aktiv
In einem Interview mit mbl.is sagt Janus, dass es interessant sei, dass diese Seite wieder online ist. Er erinnert sich an die Ausstrahlung im Jahr 2016, um Gerüchte über die Kandidatur von Guðna Th zu verbreiten. Johannesson.
Die Seite wurde am 8. Juni 2016 neu auf Facebook registriert, die Präsidentschaftswahl fand jedoch bereits am 25. Juni dieses Jahres statt.
Die Anzeige, die derzeit im Umlauf ist, zeigt auch Guðna Th. vor der Queer-Flagge.
Alle Inhalte auf der Website scheinen seitdem gelöscht worden zu sein, und jetzt sind nur noch Inhalte zu finden, die sich auf die diesjährige Präsidentschaftswahl beziehen.
