Die PISA-Erhebung ist nicht geeignet, verlässliche Informationen über die Leistungen kleiner Schülergruppen, beispielsweise einzelner Schulen, zu liefern.
Dies geht aus der Antwort des National Institute of Education auf die Anfrage von mbl.is hervor, in der gefragt wurde, warum einzelne Schulen nicht über die Ergebnisse ihrer Schülergruppen informiert würden.
Habe die Ergebnisse schon vorab erhalten
Die Schulen konnten ihre Ergebnisse in den Jahren 2012 und 2015 sehen.
Jón Pétur Zimsen, stellvertretender Direktor von Réttarholtskóli, sagt, dass sie sich bei der Gestaltung des Unterrichts als nützlich erwiesen haben.
„Wir haben einfach gesehen, wo der Schuh drückte und wo nicht.“ Es hat sich gezeigt, dass es die Leistung verbessert. Dann warteten wir gespannt auf unsere Ergebnisse im Jahr 2018, doch dann wurde uns eine Absage erteilt. Ich kontaktierte die OECD und sie sagten, wir seien natürlich in einer hervorragenden Position, die Ergebnisse zu nutzen.“
Auf die Zuverlässigkeit kommt es an
In der Antwort des Instituts heißt es, dass der Hauptzweck von PISA darin besteht, ein Gesamtbild der Kenntnisse und Fähigkeiten der Schüler in den teilnehmenden Ländern am Ende ihrer Pflichtschulzeit zu zeichnen.
„Die Organisation und statistische Grundlage der Befragung zielt in erster Linie darauf ab, ein solches Gesamtbild zu liefern, bei dem es unmittelbar auf die Genauigkeit und Verlässlichkeit der Beurteilung einzelner Studierender ankommt“, heißt es in der Antwort.
„Kurz gesagt liegt der Grund darin, dass PISA eine große Anzahl von Aufgaben an die Gesamtstichprobe der Schüler in jedem Land verteilt, um so viele verschiedene Bereiche ihrer Fähigkeiten wie möglich abzudecken (eine Methode, die als Multiple-Matrix-Stichprobe bezeichnet wird).
Auf diese Weise kann es unterschiedlich sein, welche Testprojekte und aus welchen Bereichen einzelne Schüler in PISA absolvieren, auch innerhalb derselben Schule. Ergebnisse für einzelne Schulen geben daher möglicherweise ein ungenaues Bild davon, wie sich die Fähigkeiten und Fertigkeiten ihrer Schüler im Laufe der Zeit entwickeln. Mit dieser Methode erhält man jedoch ein genaueres Bild der Kompetenz der Studierenden der teilnehmenden Länder insgesamt.“
Isländische Schulen in einer einzigartigen Situation
Die Untersuchung wurde dem Institut nach der Kritik von Jón Pétur vorgelegt, der heute in einem Interview mit Morgunblaðið sagt, dass isländische Schulen in der einzigartigen Lage seien, die Ergebnisse für den Unterricht nutzbar zu machen.
Als Vergleich führt er an, dass in Deutschland lediglich 4.500 Studierende für die Befragung ausgewählt würden.
„Die Deutschen können das nicht so ausnutzen wie wir.“ Die kleineren Staaten wie Luxemburg und Liechtenstein – sie können davon profitieren, aber wir möchten lieber darauf verzichten. Und das ist nur eine politische Entscheidung. Niemand hat darauf eine andere Antwort gegeben, als zu sagen, dass es nur ein Test zur Messung eines Systems sei.
