Der isländische Behindertenverband hat an diesem Wochenende ein neues System namens NaviLens eingeführt, ein System, das darauf abzielt, die Notwendigkeit der Führung durch einen Mitarbeiter für blinde oder sehbehinderte Menschen zu verringern.
Das System ermöglicht es Menschen, mit ihren Mobiltelefonen spezielle Codes zu analysieren, die verschiedene nützliche Informationen liefern. Die Codes sind in Fluren und an Türen angebracht, sodass Menschen ohne Hilfe herumlaufen und ihr Ziel erreichen können.
Hlynur Þór Agnarsson, Manager von Reykjavík Market, erklärt, dass das NaviLens-System nicht anders funktioniert als QR-Codes. Was es jedoch von anderen QR-Codes unterscheidet, ist die Fähigkeit, Codes aus einer Entfernung von bis zu 12 Metern bei fast allen Lichtverhältnissen und bei Bewegung zu erkennen .
Nicht nur für Blinde
Laut Hlyn kann das System auch zur allgemeinen Information genutzt werden, unter anderem durch das Scannen von Codes auf der Außenseite von Verpackungen und den Erhalt von Zutatenbeschreibungen von Lebensmitteln.
„Das System ist nicht nur für blinde oder sehbehinderte Menschen gedacht“, sagt Hlynur.
Laut Hlyn kann das System beispielsweise als allgemeiner Reiseführer für Touristen genutzt werden und ist bereits in 35 verschiedenen Sprachen verfügbar, es ist jedoch geplant, die Zahl zu erhöhen.
Hlynur weist darauf hin, dass das NaviLens-System für fast alles verwendet werden kann.
„Wenn Sie im Rollstuhl sitzen, weiß die App das und leitet Sie immer zum Aufzug und nicht zur Treppe.“ Wenn man überprüft, ob man Gebärdensprache verwendet, kann man beispielsweise eine Gebärdensprachebeschreibung von Museumsobjekten aufzeichnen“, sagt Hlynur.
Will das System überall in der Gesellschaft implementieren
Laut Hlyn ist die App sowohl für die breite Öffentlichkeit als auch für viele verschiedene Behindertengruppen sehr gut. „Die Benutzereinstellungen sind für jeden einzelnen Benutzer sehr speziell.“
Hlynur sagt in einem Interview mit mbl.is, dass er das NaviLens-System gerne an allen Orten implementiert sehen würde, an denen Menschen reisen, beispielsweise in Kringlun, Smáralind, am Flughafen Keflavík, in Gesundheitseinrichtungen, Krankenhäusern, Schulen und Restaurants.
„Ich bin optimistisch, dass die Regierung daran interessiert ist, die Barrierefreiheit zu verbessern, denn das muss unbedingt getan werden“, sagt Hlynur.

