Der Vulkanologe Þorvaldur Þórðarson schließt nicht aus, dass der Ausbruch der Sundhnúka-Kraterreihe mehrere Monate andauern könnte, wenn tatsächlich jetzt Magma aus der tieferen Magmakammer an die Oberfläche fließt. Allerdings könnte ein Ereignis wie ein Erdbeben den Ausbruch früher stoppen.
Ein anderes Szenario ist, dass die flachere Magmaspeicherkammer unter Svartsengi immer noch entleert wird. Dies geschieht dann über einen längeren Zeitraum als bei den letzten drei Vulkanausbrüchen auf der Reykjanes-Halbinsel.
Sollte der Ausbruch jedoch über einen längeren Zeitraum andauern, könnte dies schlimme Folgen für die Infrastruktur in der Region haben.
Ob wirklich Magma aus der tieferen Magmakammer kommt, wird sich wohl in den nächsten Tagen zeigen. Dies könnten auch Messungen der chemischen Zusammensetzung des Magmas ergeben.
Ähnlich dem Vulkanausbruch im Geldingdalur
Der am Samstag begonnene Ausbruch ist mittlerweile länger als die letzten drei Ausbrüche des aktuellen Ausbruchs. Am Vulkan scheint weiterhin beträchtliche Aktivität zu herrschen, und Magma fließt jetzt aus sieben bis acht Kratern.
Der Landanstieg scheint bei Svartsengi erneut begonnen zu haben, allerdings langsamer als zuvor. Laut Þorvaldur könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass Magma nun direkt aus der tieferen Magmaspeicherkammer durch die flachere Magmakammer und an die Oberfläche fließt.
„Der langsame Landanstieg deutet darauf hin, dass der Hauptabfluss des einströmenden Magmas den Spalt hinauf fortsetzt.“
Wenn ja, sollte das Magma, das jetzt austritt, primitiver sein als das Magma, das am Samstagabend austrat, oder reicher an Magnesium, da in der flacheren Magmakammer andere Drücke und Temperaturen herrschen. Könnten Messungen der chemischen Zusammensetzung Aufschluss darüber geben, was wirklich vor sich geht?
„Dann stehen wir vor einer ähnlichen Situation wie bei dem Geldingdal-Ausbruch.“ Hinzu kam eine geringe Produktivität und ein konstanter Durchfluss aus der tieferen Lagerkammer. Wenn das der Fall ist, könnten wir uns mit etwas befassen, das Wochen oder Monate dauern könnte“, sagt Þorvaldur.
„Es könnte Änderungen am System geben, aber wir wissen es nicht genau.“
Die Lavaausbreitung könnte groß sein
Þorvalður weist darauf hin, dass sich die Lava trotz der geringen Produktivität stark ausbreiten könnte, wenn der Ausbruch lange anhält, wie im Geldingdalur.
Angesichts der Tatsache, dass der Ausbruch nicht weit von Svartsengi und Grindavík entfernt liegt, könnte eine Gefahr für die Infrastruktur bestehen.

