„Wir möchten, dass besonders die Kinder in diesen Familien im Sommer ein Fahrrad bekommen und sich sportlich betätigen, denn das bringt so viele positive Dinge mit sich“, sagt Birgir Fannar Birgisson, Vorsitzender der Bicycle Farmers Association, in einem Interview mit mbl.is über ihre Fahrradsammlung.
Die Bicycle Farmers Association nimmt jetzt alte Fahrräder entgegen, damit sie repariert und an diejenigen geliefert werden können, die sie brauchen. Laut Birgir besteht das Ziel der Fahrradsammlung darin, diese Fahrräder insbesondere Kindern aus Familien zu bringen, die irgendwie arm sind.
Das Projekt begann vor dreizehn Jahren als Fahrradsammlung für die Organisation Barnaheill. Letztes Jahr arbeiteten Barnaheill und Reiðhjálbaður zusammen, was laut Birgis so gut lief, dass Barnaheill das Projekt an Reiðhjálbaður übergab. Im Monat April arbeitet das Projekt außerdem mit Sorpa zusammen, wo die Menschen dann ihre alten Fahrräder dort abstellen können.
Freiwillige reparieren die Fahrräder
Die Freiwilligen des Projekts nehmen alte Fahrräder entgegen, reparieren sie und geben sie dann an diejenigen weiter, die sie brauchen, etwa Flüchtlinge oder Behinderte.
Birgir sagt, dass viele der Freiwilligen internationale Schutzbewerber seien und daher nicht selbstständig arbeiten dürften, sondern gerne etwas Sinnvolles tun würden.
Der soziale Aspekt des Fahrradbesitzes ist sehr wichtig, da der Besitz eines Fahrrads es Kindern beispielsweise ermöglicht, mit ihrer Klasse einen Ausflug zu unternehmen.
Dann verhindert die Tatsache, dass Kinder Fahrräder haben, dass sie ausgeschlossen werden, weil sie die einzigen sind, die laufen statt fahren müssen.
Reisefreiheit und Nachhaltigkeit wichtig
Birgir sagt auch, dass Bewegungsfreiheit und Nachhaltigkeit beim Umzug zwischen Orten für Kinder, insbesondere Flüchtlingskinder, sehr wichtig seien. Radfahren ist der beste Weg, die Umgebung kennenzulernen und sich zurechtzufinden.
Darüber hinaus fördert das Projekt die sportliche Betätigung und hilft auch Menschen mit geistiger Behinderung.
Birgir erwähnt, dass Fahrräder häufig im Fahrradkeller von Mehrfamilienhäusern zurückgelassen werden und dass das Projekt die Menschen auch dazu ermutigt, eine Bestandsaufnahme des Fahrradkellers zu machen und das zu spenden, was niemand nutzt.
Um ein Fahrrad zu bekommen, muss man ein Formular ausfüllen, das Angaben zum Benutzer des Fahrrads, wie Alter und Größe, enthält.
Birgir sagt, dies geschehe einerseits, um sicherzustellen, dass die Fahrräder an die Menschen gelangen, die sie wirklich brauchen, aber auch, um ein passendes Fahrrad bereitstellen zu können, und um den Bicycle Farmers bei der Organisation zu helfen. Anschließend bearbeiten sie die Fahrräder in chronologischer Reihenfolge, je nachdem, wann die jeweilige Bewerbung eingegangen ist.
Konnte 1.400 Fahrräder reparieren
Laut Birgis war das letzte Jahr etwas ganz Besonderes, als das Projekt 1.750 Fahrräder erhielt und es gelang, 1.400 davon zu reparieren. Die Fahrräder, die nicht repariert werden können, werden dem Metallrecycling zugeführt.
In den Jahren davor verfügte das Projekt über die Möglichkeit, die Fahrräder etwa vier bis sechs Wochen im Jahr zu reparieren, und reparierte etwa 350 bis 400 Fahrräder. Doch als die Bicycle Farmers anfingen, mit ihnen zusammenzuarbeiten, änderte sich alles, denn jetzt verfügen sie über alle Einrichtungen das ganze Jahr über und haben somit mehr Zeit für Reparaturen.
In diesem Jahr, so Birgir, seien bisher etwa 650 Bewerbungen eingegangen, die voraussichtlich in ein bis zwei Wochen abgeschlossen sein werden.
