Der Svartsengi auf der Reykjanes-Halbinsel steht weiter im Fokus der Vulkanüberwachung. Laut aktuellem Update des Isländischen Wetterdienstes wurde seit Beginn der Eruptionsserie im November 2023 noch nie eine so große Magmamenge gemessen wie jetzt.
Seit dem letzten Ausbruch im Juli 2025 haben sich mehr als 24 Millionen Kubikmeter Magma angesammelt. Modellrechnungen zeigen, dass die Magmakammer aktuell stärker gefüllt ist als in allen vorherigen Phasen zwischen den Eruptionen der Sundhnúk-Kraterserie.
Ausbruch bleibt wahrscheinlich
Trotz der langsamen Magmaansammlung bleibt ein neuer Magmafluss oder Ausbruch im Kratergebiet das wahrscheinlichste Szenario. Durch das große Volumen ist auch ein stärkeres Ereignis als zuletzt möglich. Ein Teil oder sogar das gesamte Magma könnte an die Oberfläche gelangen.
Kein Hinweis auf ein Ende der Aktivität
Der Wetterdienst stellt klar: Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass die Eruptionsserie endet. Eine langsame Entwicklung ist kein Entwarnungssignal. Als Vergleich wird die Krafla-Serie (1975–1984) genannt. Damals kam es nach langer, ruhiger Phase zum größten Ausbruch der gesamten Aktivität.
Hohe Unsicherheit bei der Entwicklung
Die Situation bleibt schwer vorhersehbar. Die Magmaansammlung verläuft so langsam wie noch nie – gleichzeitig ist die gespeicherte Menge so groß wie nie zuvor. Ein Ausbruch kann jederzeit erfolgen, der Zeitraum reicht aktuell von Wochen bis Monaten.
Warnstufe bleibt unverändert
Die Warnstufe für das Gebiet bleibt auf „deutlich erhöhte Aktivität“ (orange). Die Risikobewertung gilt vorerst bis Ende Juni. Behörden weisen darauf hin, dass kurzfristige Evakuierungen weiterhin möglich sind.
Die Daten zeigen deutlich: Die Eruptionsserie auf Reykjanes ist weiterhin aktiv. Solche Phasen können sich über Jahre oder Jahrzehnte ziehen, unterbrochen von längeren Pausen. Entscheidend bleibt die weitere Entwicklung der Landhebung. Steigt der Druck weiter an, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen größeren Ausbruch im Svartsengi-System.
Titelbild: Lavafeld am aktiven Ausbruch im Juli 2025 / Mirjam Lassak
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