Die Wetterdaten für das vergangene Jahr liegen vor: 2025 markiert in Island das wärmste Jahr der Messgeschichte. Mit einer Durchschnittstemperatur von 5,2 °C in den bewohnten Gebieten übertraf das Jahr den bisherigen Spitzenwert von 2014 deutlich.
Ein Jahr der Temperaturmaxima
Das Jahr 2025 ordnet sich als außergewöhnliches Rekordjahr in die Wettergeschichte Islands ein. Die nationale Durchschnittstemperatur lag 1,1 Grad über dem Mittelwert der Jahre 1991 bis 2020. Besonders auffällig war die Beständigkeit der hohen Werte: Mit Ausnahme von Januar, Juni, Oktober und November lagen die Temperaturen in jedem Monat signifikant über dem langjährigen Durchschnitt.
Die markantesten Eckpunkte des Jahres:
- Mai: Wärmster Mai seit Beginn der Aufzeichnungen.
- Juli: Erreichte das Rekordniveau des Sommers 1933.
- Dezember: Drittwärmster Dezember der Messgeschichte.
Rekordwerte im Frühling und Sommer
Bereits das Frühjahr (April und Mai) setzte als landesweit wärmste Frühlingsperiode neue Maßstäbe. Eine über zehn Tage anhaltende Warmphase im Mai (13. bis 22. Mai) brachte Werte hervor, die für diesen Monat noch nie zuvor dokumentiert wurden.
An verschiedenen Standorten wurden neue nationale Höchstwerte für einzelne Monate registriert:
- 15. Mai: 26,6 °C am Flughafen Egilsstaðir (neuer Mai-Rekord).
- 16. August: 29,8 °C am Flughafen Egilsstaðir (neuer August-Rekord).
- 24. Dezember: 19,8 °C in Seyðisfjörður (neuer Dezember-Rekord).
Historischer Vergleich über 180 Jahre
Die Bedeutung dieser Daten wird besonders durch die Langzeitmessungen in Stykkishólmur deutlich. Dort werden die Temperaturen seit 180 Jahren (1845) lückenlos erfasst – 2025 löste hier das bisherige Rekordjahr 2016 ab.
Auch an anderen Stationen mit sehr langer Historie wurden neue Höchststände erreicht:
- Reykjavík: Wärmstes Jahr seit 155 Jahren.
- Bolungarvík: Wärmstes Jahr seit 128 Jahren.
- Stórhöfði: Wärmstes Jahr seit 149 Jahren.
In Regionen wie dem Flughafen Keflavík oder Teigarhorn wurde 2025 als das zweitwärmste Jahr der jeweiligen Messgeschichte registriert. Zuvor galten dort meist die Jahre 2014, 2016 oder 2003 als Referenz für extreme Wärmewerte.
Ausblick auf den Jahresbericht
Kristín Björg Ólafsdóttir, Expertin für Klimaforschung, fasste die Entwicklungen zusammen und verwies auf den vollständigen Jahresbericht des meteorologischen Amtes. Dieser wird Ende des Monats veröffentlicht und eine detaillierte Analyse der täglichen Abweichungen sowie der regionalen Besonderheiten enthalten.
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