Aus Sicht von Snæbjarnar Arngrímsson, Autor von Kinderbüchern und Thrillern, ist der isländische Buchmarkt in einer besseren Verfassung.
„Das ganze Setting ist anders und entspannter als es war. Heute wird zum Beispiel von Autoren erwartet, dass sie sich in den sozialen Medien vorstellen. Das ist keine gute Entwicklung. Auch Buchrezensionen können auf ihre Weise in Erinnerung bleiben.
Die Zeitungen haben nicht mehr das gleiche Gewicht wie früher und es scheint nicht mehr erforderlich zu sein, dass Kritiker Weltliteratur und isländische Literaturgeschichte kennen und neue Werke in einen Kontext stellen können. Bücher verkaufen sich heute vor allem durch Emotionen wie Kolla [Kolbrún Bergþórsdóttir] Shows in Kiljani. Wenn man alte Buchrezensionen liest, spürt man schnell die Macht und den Einfluss.“
Ist das nicht besorgniserregend?
„Wenn ich heute ein Verleger in Island wäre, würde ich natürlich etwas dagegen unternehmen; einen Weg finden, die Berichterstattung zu fördern und dieses pulsierende literarische Leben aufrechtzuerhalten. Ich sage das nicht aus egoistischen Motiven; Ich habe einfach so viel Freude an Literatur und möchte, dass möglichst viele Menschen sie kennenlernen. Ich ermutige daher Interessierte, Wege zu finden, isländische Literatur wieder auf intellektuelle Weise zu diskutieren.“
Snæbjörn verkaufte seinen Verlag in Dänemark, Hr. Ferdinand, vor fünf Jahren und rechnet eher damit, dass seine Tage als Vorläufer gezählt sind. „Ich kann mir nicht vorstellen, nach Dänemark zurück ins Verlagsgeschäft zu gehen.“ Dann wäre es hier besser; Ich bin erfolgreicher als Verleger in Island, da ich dies immer eher als Kunstform denn als Geschäft gesehen habe. Meine Rückkehr muss jedoch als äußerst weit hergeholt angesehen werden.“
Jetzt schreibt er Bücher, aber sein erster Thriller, Eitt satt ord, ist vor Kurzem erschienen. Snæbjörn wird in Morgunblaðins Sunndagsblaði ausführlicher interviewt.