Autor: Guðrún Hulda Pálsdóttir
Auf der Jubiläumskonferenz des Agricultural Advisory Center hielt Professor Jude L. Capper von der Harper Adams University in England einen Vortrag über die Rolle der Nutztiere in der nachhaltigen Lebensmittelproduktion und deckte dabei viele Aspekte des Themas ab.
Capper betonte, dass bei der Darstellung von Informationen zum Thema nachhaltige Lebensmittelproduktion und deren Auswirkungen auf die Umwelt eine zu starke Vereinfachung vermieden werden sollte, da diese widersprüchlich sein könnte. Daher wären Angaben zum CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln auf der Grundlage globaler Durchschnittswerte unangemessen, da der CO2-Fußabdruck der Tierhaltung sehr regional wäre.
Eine zuverlässige Datenerfassung wäre der Schlüssel. Um die unterschiedlichen CO2-Fußabdrücke der Lebensmittelproduktion und der Agrarsysteme wirklich vergleichen zu können, bräuchte es ein anerkanntes Standardmesssystem. Schließlich wären zu viele unterschiedliche Messungen im Umlauf, die alle zu unterschiedlichen Ergebnissen führen könnten, selbst wenn die Produktion desselben Betriebs gemessen würde.
Jude wies auf ein gewisses Paradoxon in der Einstellung der Verbraucher zum Tierschutz hin. Zahlen zeigten, dass 94 % der Menschen sich Sorgen um den Tierschutz machten. Doch als sie begannen zu messen, wie sich ein solcher Effekt auf das Kaufverhalten auswirkte, wurde klar, dass das Wohlergehen der Tiere kaum oder gar keinen Einfluss auf die Wahl eines Produkts hatte, da vielmehr Preis, Geschmack und Nährwert ausschlaggebend dafür waren, was Verbraucher kauften.
Sie fing auch an, über das Konsumverhalten zu sprechen, aber Untersuchungen zeigten, dass die Gruppe, die sich als „Flexitarier“ definiert, schnell wächst und laut einer aktuellen britischen Studie etwa 15 % der Verbraucher ausmachte.
Mittlerweile definieren sich vier Prozent als Veganer oder Vegetarier und 81 Prozent als Fleisch- und Fischesser.
Der Vortrag von Jude L. Capper kann auf der RML-Website abgerufen werden.
