In Islands Quarantänestationen werden regelmäßig Parasiten bei importierten Hunden und Katzen entdeckt – trotz strenger Einfuhrbestimmungen und doppelter Pflichtbehandlung vor der Einreise, teilt die Lebensmittel- und Veterinärbehörde Islands, MAST, mit. Die Maßnahmen sollen sicherstellen, dass keine Infektionskrankheiten in die isländische Tierpopulation eingeschleppt werden.
Strenge Kontrollen und zweiwöchige Isolation
Bevor Haustiere nach Island einreisen dürfen, müssen sie geimpft, untersucht und zweimal gegen innere und äußere Parasiten behandelt werden. Nach ihrer Ankunft verbringen sie zwei Wochen in der Quarantäne, wo sie engmaschig überwacht werden. Kotproben werden in den ersten Tagen an der Versuchsstation Keldur der Universität Island analysiert. Bei positivem Befund beginnt sofort eine Behandlung.
Handelt es sich um Parasiten, die in Island nicht vorkommen, muss die Quarantäne zu Hause fortgesetzt werden, bis die Infektion vollständig beseitigt ist.
Zahlen 2019–2024: Fast 8 % der Tiere betroffen
Zwischen 2019 und 2024 wurden 2.149 Hunde und 660 Katzen nach Island eingeführt. Bei 7,9 % wurde ein Parasitenbefall festgestellt – mit Spitzenwerten von 13,1 % im Jahr 2019 und Tiefstwerten von 4,6–4,7 % in den Jahren 2023/2024.
Insgesamt wurden 32 verschiedene Parasitenarten identifiziert. Einige davon erfordern eine verlängerte häusliche Quarantäne und wiederholte Tests, darunter:
- Strongyloides stercoralis
- Angiostrongylus vasorum
- Trichuris vulpis
- Crenosoma vulpis
- Aelurostrongylus abstrusus
Die häufig nachgewiesene Hefe Cyniclomyces guttulatus ist kein Parasit, sondern ein opportunistischer Erreger und gilt als ungefährlich.
Warum trotz Behandlung Parasiten auftreten
Behörden erklären, dass antiparasitäre Medikamente gezielt wirken und nicht alle Arten abdecken. Zudem steigt weltweit die Medikamentenresistenz bei Parasiten, sodass in einigen Fällen längere oder wiederholte Behandlungen notwendig werden können. Auch fehlerhafte oder unvollständige Vorbehandlungen im Herkunftsland spielen eine Rolle.
Indirekte Übertragungswege möglich
Neben Tieren können Parasiten auch über:
- Gepäck
- Kleidung
- Ausrüstung
- oder Insekten als Überträger
eingeschleppt werden. Die Veterinärbehörde betont deshalb, wie wichtig es ist, bei Haustieren aufmerksam auf Symptome zu achten und tierärztliche Anweisungen konsequent zu befolgen.
Was muss man tun, um einen Hund nach Island einzuführen, lest hier.
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