Neues Kraftwerk in Svartsengi ausgezeichnet – Bau trotz Erdbeben und Vulkanausbrüche gewürdigt
HS Orka wird für das neue Kraftwerk in Svartsengi ausgezeichnet. Das Projekt stärkt die Energieversorgung in Island trotz Erdbeben und Vulkanausbrüchen.
Das neue Geothermie-Kraftwerk von HS Orka in Svartsengi ist am „Tag der Ingenieure“ mit dem „Teninginn“ ausgezeichnet worden, dem Preis des isländischen Ingenieurverbands für herausragende Projekte oder deren Umsetzung. Der Bau des Kraftwerks begann noch vor den Erdbeben auf der Halbinsel Reykjanes, wurde jedoch größtenteils während einer Phase intensiver tektonischer Umwälzungen und wiederholter Vulkanausbrüche realisiert, SaltyLava berichtete.
Preisverleihung am Tag der Ingenieure
Die Auszeichnung wird jährlich am Tag der Ingenieure verliehen und würdigt Projekte, die sich durch Exzellenz, Innovation und ingenieurtechnische Leistung auszeichnen. Im Jahr 2026 ging der Preis an HS Orka für das siebte Kraftwerk in Svartsengi – ein Projekt, das unter den schwierigen Bedingungen wiederholter vulkanischer Aktivität umgesetzt wurde, wie HS Orka mitteilt.
Der Bau begann noch vor den intensiven Erdbebenserien auf Reykjanes und wurde größtenteils während einer Phase starker geologischer Unruhe durchgeführt. Neben Vulkanausbrüchen erschwerten Gasverschmutzung und zeitweise Baustellenschließungen die Arbeiten erheblich.
Dennoch konnte das Kraftwerk planmäßig und sogar unter Budget fertiggestellt werden – ein zentraler Punkt in der Begründung der Jury.
Modernisierung und neue Leistungskapazität
Das Projekt umfasst ein neues Kraftwerk mit einer Leistung von 55 Megawatt, das zugleich die größte Dampfturbine Islands beherbergt.
Zwei ältere Anlagen in Svartsengi wurden ersetzt, gleichzeitig erfolgten umfangreiche Modernisierungen an der Strom- und Warmwasserproduktion.
Bedeutung für Energieversorgung in Island
Die Jury betonte die Kombination aus Ingenieurwissen, technologischer Innovation und Erfahrung in der Nutzung von Geothermie. Dadurch sei die Energieinfrastruktur auf Reykjanes deutlich gestärkt worden.
Das Kraftwerk leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung in Island, erhöht die Energiesicherheit und spielt eine zentrale Rolle für die Wärmeversorgung in der Region.
Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg
An der Umsetzung waren zahlreiche Unternehmen und Fachdisziplinen beteiligt. Laut Jury zeigt das Projekt, wie Zusammenarbeit, Organisation und technisches Know-how selbst unter Naturgefahren die Weiterentwicklung kritischer Infrastruktur ermöglichen.
Das Kraftwerk in Svartsengi liegt in einer der aktivsten Vulkanregionen Islands. Die erfolgreiche Umsetzung trotz Vulkanausbrüche unterstreicht die strategische Bedeutung der Energieversorgung auf Reykjanes.
Angesichts der anhaltenden Aktivität dürfte der Schutz und Ausbau der Energieinfrastruktur in der Region weiter an Bedeutung gewinnen.
Titelbild: Geothermiekraftwerk Svartsengi und Vulkanausbruch im November 2024 / Mirjam Lassak
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