Ausländische Touristen sind in Island häufiger in schwere Verkehrsunfälle verwickelt als junge Fahrer oder alkoholisierte Verkehrsteilnehmer. Darauf weist der Versicherer VÍS unter Berufung auf aktuelle Unfall- und Schadenszahlen hin, wie Visir meldet. Angesichts steigender Touristenzahlen wird eine intensivere Diskussion über Verkehrssicherheit und Aufklärung gefordert.
Besonders häufig werden Schäden an Mietwagen von Touristen aus Asien gemeldet. Der Versicherer hält daher zusätzliche Maßnahmen für möglich – etwa klarere Regeln oder verpflichtende Informationsangebote für Mietwagenfahrer.
Unfälle und Schäden in Milliardenhöhe
Nach Angaben der isländischen Straßenverkehrssicherheitsbehörde wurden im vergangenen Jahr 8.360 Verkehrsunfälle registriert – von leichten Blechschäden bis hin zu tödlichen Unfällen. Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen.
Allein beim Versicherungsunternehmen VÍS gingen mehr als 10.000 Schadensmeldungen ein, im Schnitt etwa 28 pro Tag. Die Schadenskosten beliefen sich dort auf fast 14 Milliarden ISK. Für alle Versicherungsgesellschaften zusammen werden rund 40 Milliarden ISK geschätzt.
Schwere Unfälle vor allem auf dem Land
Die meisten kleineren Unfälle passieren im Hauptstadtgebiet und den umliegenden Regionen. Die schwersten Unfälle ereignen sich jedoch häufiger in ländlichen Gebieten.
Dort kommt es vor allem zu Frontalzusammenstößen oder Unfällen abseits befestigter Straßen. Höhere Geschwindigkeiten auf Überlandstraßen führen dabei oft zu besonders schweren Folgen.
Touristen häufiger in schweren Unfällen
Mit dem starken Wachstum des Tourismus hat sich auch die Struktur der Unfallverursacher verändert. Laut VÍS verursachen ausländische Touristen inzwischen jährlich mehr schwere oder tödliche Unfälle als die sonst häufig diskutierten Risikogruppen wie junge oder alkoholisierte Fahrer, besonders Touristen aus Asien.
Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Islands. Mit der wachsenden Zahl internationaler Besucher steigt jedoch auch der Druck auf Infrastruktur und Verkehrssicherheit – vor allem auf abgelegenen Überlandstraßen, mit denen viele Reisende wenig Erfahrung haben.
Versicherungen, Behörden und Politik wollen nun prüfen, ob zusätzliche Aufklärung oder strengere Regeln im Mietwagensektor helfen können, die Zahl schwerer Unfälle zu reduzieren.
Das Titelbild wurde mit KI generiert und dient der Veranschaulichung des Sachverhaltes
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