Lilja Alfreðsdóttir, Ministerin für Kultur und Handel, glaubt, dass die anhaltenden Inflationserwartungen der Geschäftswelt der Hauptgrund dafür sind, dass die isländische Zentralbank es nicht für angebracht gehalten hat, den Leitzins zu senken.
Sie geht davon aus, dass die Bank die Zinsen erst dann senken kann, wenn die Messungen einen weiteren Rückgang der Inflation und niedrigere Inflationserwartungen zeigen.
„Wir sehen Anzeichen dafür, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft aufgrund der hohen Zinsen verschlechtert. „Das sind seit langem hohe Zinsen und sie beginnen, das Preisniveau zu erreichen, wenn kleine und mittlere Unternehmen mit einer Verdreifachung der Zinskosten zu kämpfen haben, und das gibt Anlass zur Sorge“, sagt Lilja.
Der geldpolitische Ausschuss berücksichtigt mehr
Sie kritisiere die Entscheidung allerdings nicht, befürchte aber eine Verschlechterung der Wettbewerbsposition der Unternehmen ohnehin.
„Die Leitzinsen sind in den Vergleichsländern rapide gesunken. Andererseits haben wir ein viel höheres Wirtschaftswachstum. Der private Konsum ist rapide zurückgegangen und ich begrüße diese langfristigen Vereinbarungen. Sie belegen, dass es auf dem Arbeitsmarkt keine Anforderungen gibt, die die Inflation am Laufen halten könnten. Die letzten Tarifverträge waren teuer, aber diese Vereinbarungen liegen innerhalb der Inflationsziele. „Ich gehe davon aus, dass der Geldpolitische Ausschuss sie bei der nächsten Zinsentscheidung stärker berücksichtigen wird“, sagt sie weiter.
Wird nicht mehr lange durchgehalten
Es sei kein Wunder, dass Haushalte und Unternehmen die Zinslast nicht mehr lange aushalten könnten, sagt sie.
„Tourismusunternehmen stehen naturgemäß im Wettbewerb mit Norwegen, Finnland und anderen.“ Daher sind diese Zinsen eine enorme Belastung für sie“, sagt Lilja.
