Isländisches Meteorologisches Amt überprüft neue Szenarien – Risikobewertung bleibt bis 31. März bestehen
Unter dem Vulkansystem Svartsengi auf Reykjanes hat sich seit dem letzten Ausbruch eine gewaltige Magmamenge angesammelt. Nach aktuellen Modellrechnungen beläuft sich das Volumen inzwischen auf fast 23 Millionen Kubikmeter. Das teilte das Isländisches Meteorologisches Amt in einem Update heute mit.
Die Magmaansammlung dauert nun seit rund 210 Tagen an. Es ist die längste ununterbrochene Phase seit Beginn der Ausbruchsserie in der Sundhnúk-Kraterserie im Dezember 2023. Sollte der Magmazufluss im bisherigen Tempo weitergehen, könnte bereits in der kommenden Woche die größte Magmamenge zwischen zwei Ausbrüchen seit Beginn der aktuellen Aktivitätsphase erreicht werden.
Als wahrscheinlichstes Szenario gilt weiterhin ein erneuter Magmaaufstieg mit möglichem Ausbruch innerhalb der Kraterserie. Eine lange Eruptionspause sei jedoch kein eindeutiges Zeichen dafür, dass der Ausbruchszyklus beendet ist. Die aktuelle Phase erfordere vielmehr eine erneute Bewertung der vulkanischen Entwicklung.
Das Isländische Meteorologische Amt arbeitet derzeit an einer Überprüfung verschiedener Szenarien für den weiteren Verlauf der Aktivität. Ergebnisse sollen in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.
Über der Magmakammer wird weiterhin nur geringe seismische Aktivität gemessen. Auch die Erdbebenaktivität in der Nähe von Vík hat zuletzt abgenommen. Gleichzeitig setzt sich die langsame, aber stetige Magmaakkumulation unter dem Svartsengi fort.
Die bestehende Risikobewertung bleibt unverändert und wurde bis zum 31. März verlängert. Die Behörde betont, die Lage in Island weiterhin genau zu beobachten und die Einschätzung bei Bedarf anzupassen.
Der Þingvellir-Nationalpark rechnet zum Kaleo-Konzert am 20. Juni mit bis zu 20.000 Besuchern. Mehrere Straßen und Wanderwege werden zeitweise gesperrt.