Eine deutliche Mehrheit der Isländer spricht sich für eine strengere Regulierung der Asylpolitik aus. Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts Prósent im Auftrag der parteiübergreifenden Gruppe Iceland Across Parties wünschen sich 83 Prozent der Befragten eine jährliche Obergrenze für die Zahl der Asylbewerber, die Island aufnehmen soll.
Auch beim Thema Familiennachzug zeigen die Ergebnisse eine klare Tendenz: 82 Prozent befürworten Änderungen in diesem Bereich.
Einwanderungsgesetz zu lasch
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (58 Prozent) hält das derzeitige Einwanderungsgesetz für zu lasch. Nur zehn Prozent sehen es als angemessen an, während sechs Prozent es als zu streng bewerten. Insgesamt äußerten 53 Prozent Unzufriedenheit mit der Asylpolitik der Regierung, 24 Prozent zeigten sich zufrieden.
Isländer deutlich für Abschiebung
Besonders deutlich fiel die Haltung bei der Frage nach Abschiebungen aus: Neun von zehn Befragten gaben an, dass abgelehnte Asylbewerber auch dann zurückgeführt werden sollten, wenn dafür Kooperationen mit Drittstaaten notwendig sind.
Im Jahr 2024 stellten 1.944 Menschen in Island einen Asylantrag – deutlich weniger als 2023, als die Zahl bei 4.168 lag. Die meisten Antragsteller stammten aus der Ukraine, Venezuela, Palästina, Nigeria und Kolumbien. Von den 3.416 im Jahr 2024 bearbeiteten Anträgen wurden 1.443 genehmigt, 1.251 abgelehnt. Über 400 Fälle wurden nicht weiter behandelt, 34 Anträge wiederholt abgelehnt. In 284 Fällen ergaben sich abweichende Entscheidungen.
Die Umfrage wurde Ende August online durchgeführt. Befragt wurden 2.000 Personen ab 18 Jahren, die Rücklaufquote lag bei 51 Prozent.
Weitere Informationen zu den Asylstatistiken finden sich auf der Website der Einwanderungsbehörde. Die vollständigen Umfrageergebnisse sind im PDF-Dokument unten in Isländisch abrufbar.
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