Die Vorbereitungen für das umstrittene Wasserkraftwerk Hvalávirkjun in den Westfjorden könnten bereits im kommenden Frühjahr starten – vorausgesetzt, alle Genehmigungsverfahren verlaufen ohne weitere Verzögerungen. Das bestätigte Birna Lárusdóttir, Sprecherin von Vesturverk und Informationsbeauftragte von HS Orka im Interview mit mbl.is.
Gerichtsurteil ermöglicht Fortschritte – Einsprüche laufen weiter
Vesturverk erhielt Rückenwind durch ein Urteil des isländischen Obersten Gerichtshofs, der die Klage einiger Gegner abwies. Diese hatten argumentiert, das Gebiet Drangavík gehöre zum Einzugsgebiet des geplanten Kraftwerks. Damit können die Planungen vorerst fortgeführt werden, auch wenn weitere Rechtsmittel anhängig bleiben.
Eine entscheidende Baugenehmigung für vorbereitende Arbeiten, erteilt vom Bezirksausschuss Árneshreppur, befindet sich derzeit im Berufungsverfahren. Wann über die Einsprüche entschieden wird, ist unklar.
Was im Frühjahr passieren soll
Die vorbereitenden Maßnahmen umfassen unter anderem:
- Bau einer Brücke über den Fluss Hvalá
- Straßenbauarbeiten
- Verlegung unterirdischer Kabel
- Boden- und Probebohrungen auf der Ófeigsfjarðarheiði
- Einrichtung kleiner Arbeitslager
Sollte alles nach Plan laufen, startet Vesturverk im Frühjahr oder Sommer mit den Arbeiten.
Streit um Grundstücksgrenzen beendet
Ein weiterer Meilenstein war ein Urteil des Obersten Gerichtshofs im langjährigen Rechtsstreit um die Grenzziehung zwischen Drangavík und Engjanes. Die Kläger aus Drangavík setzten sich in allen Instanzen durch. Das Urteil ist für das Projekt bedeutsam – ein anderes Ergebnis hätte den Eigentümern von Drangavík ein Mitspracherecht an einem der drei zu nutzenden Flüsse eingeräumt.
Inbetriebnahme frühestens 2030 oder 2031
Wenn alle Bau- und Genehmigungsphasen ohne Verzögerung verlaufen, könnte das Kraftwerk 2030 oder 2031 ans Netz gehen. Birna Lárusdóttir betont, dass das Projekt die Stromversorgungssicherheit in den Westfjorden erheblich stärken werde und die Region langfristig autark machen könnte.
Titelfoto: Husarfoss in Ofeisgsfjördur / Mirjam Lassak
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