Nachdem die Ergebnisse der PISA-Umfrage diese Woche veröffentlicht wurden, gab es eine lebhafte Community-Diskussion über Möglichkeiten, das Leseverständnis zu verbessern und das Interesse am Lesen bei Teenagern zu wecken. Dröfn Vilhjálmsdóttir, seit zehn Jahren Museumsdirektor des Schulmuseums von Seljaskóli, erkennt jedoch keinerlei mangelndes Interesse.
„Ich bin sehr interessiert. Ich wünschte, ich könnte Ihnen das Interesse und die Freude zeigen, wenn ich neue Bücher erhalte, an denen sie interessiert sind. Dann gibt es Streit um die Kopien. Ich bekomme jeden Tag Fragen. Sie fragen mich nach Büchern, die ich nicht auf Isländisch habe.“
Bei der Übersetzung von Kinderbüchern bedarf es großer Anstrengungen. Dröfn macht deutlich: Wenn Bücher, die Kinder interessant finden, nicht auf Isländisch erhältlich sind, werden sie einfach auf Englisch gelesen. Die jährliche Veröffentlichung isländischer Kinderbücher von zehn bis fünfzehn Büchern reicht nicht aus, um den Bedarf an Kinderbüchern zu decken. Es ist äußerst dringend, bessere Bedingungen für isländische Kinderbuchautoren zu schaffen.
„Lasst uns sie auf einem goldenen Stuhl tragen und ihnen Gold einschenken.“ Das ist so wichtig. Wir haben hier tolle Kinderbuchautoren, aber davon kann man nicht leben. Der Markt ist so klein und dennoch lassen wir die Kräfte des Marktes regieren.“
Die Kinder selbst haben in einem solchen System keine Stimme.
Will den norwegischen Weg umsetzen
Aus diesen Gründen möchte Dröfn dem Beispiel der Norweger folgen, die Norwegen als eine Mikronation betrachten, die ihre Sprache schützen muss.
„Der Staat kauft eine bestimmte Anzahl Exemplare jedes veröffentlichten Kinderbuchs auf Norwegisch und verteilt sie dann an Bibliotheken, aber das ist ein Nebenprodukt.“ Das Wichtigste dabei ist, dass der Kinderbuchverlag immer für sich selbst einsteht. Dann gibt es kein Halten mehr und auch keinen Abbruch der Veröffentlichung eines Buches, weil es sich nicht ausreichend verkauft. Damit stillen Sie das Interesse der Kinder.“
Die Zeiten haben sich geändert und Technologie durchdringt die Gesellschaft. Im Internet können Kinder problemlos individuelle Unterhaltungsmöglichkeiten finden, die überwiegend auf Englisch verfasst sind. Dröfn macht deutlich, dass man mit dieser Unterhaltung nicht konkurrieren kann, wenn man nicht aufhört, Kinderbücher zu vermarkten. Sie sind unverzichtbare Werkzeuge zum Lesen.
Dröfn legt großen Wert darauf, in der Bibliothek eine angenehme und lesefreundliche Umgebung zu schaffen. Im Schatten der PISA-Erhebung denken viele Eltern darüber nach, wie sie ihre Kinder beim Lesen besser unterstützen können. Dröfn weist darauf hin, dass dies eine Möglichkeit sein kann, es aber auch für Kinder und Jugendliche äußerst motivierend ist, wenn ihre Eltern die gleichen Bücher lesen wie sie.
„Es ist unheimlich inspirierend, so ein gemeinsames Erlebnis zu haben und mit dem Kind über das Buch sprechen zu können“, sagt Dröfn.
Leseverständnis und Bildung in einem größeren Kontext standen diese Woche nach der Veröffentlichung der Ergebnisse der PISA-Umfrage im Fokus. Diese Woche hat Fréttastofa Experten aus dem Bildungssystem und mehrere ehemalige Bildungsminister zum Gremium eingeladen, um diese Situation zu überprüfen. Die komplette Folge können Sie hier ansehen.
