Der Gemeinderat von Kópavogur einigte sich gestern in einer Sitzung einstimmig darauf, die Regierung aufzufordern, Änderungen am isländischen Wahlgesetz vorzunehmen, um das Stimmengewicht im ganzen Land anzugleichen.
Dies geht aus dem Protokoll der gestrigen Gemeinderatssitzung hervor.
Indriði Ingi Stefánsson, stellvertretender Stadtvertreter von Pírata, reichte die Herausforderung des Gleichstellungs- und Menschenrechtsrats von Kópavogur ein.
„Das Wahlbezirkssystem in Island bietet je nach Wohnort des Wählers einen bis zu zweifachen Unterschied im Stimmengewicht, und der Wahlkreis Südwest leidet am meisten unter der ungleichen Stimmenverteilung.“ Der Stadtrat von Kópavogur fordert Alþingi/Infrastrukturminister/Verfassungs- und Aufsichtsausschuss auf, entsprechende Änderungen am Wahlgesetz Nr. 1 vorzunehmen. 112/2021 zum Zwecke der Angleichung des Stimmengewichts zwischen den Wahlkreisen“, heißt es in der genehmigten Petition des Gemeinderats.
Stimmen haben je nach Wahlkreis ein unterschiedliches Gewicht
In Indriðas Rede verglich er das Stimmengewicht im Wahlkreis Südwest mit dem Stimmengewicht in anderen Wahlkreisen auf Basis des unveränderten Wählerverzeichnisses aus dem Jahr 2021.
Demnach stehen im Wahlkreis Südwesten 5.266 Stimmen hinter jedem Abgeordneten, während im Wahlkreis Nordwesten 3.078 Stimmen hinter jedem Abgeordneten stehen. So liegt das Stimmengewicht im Wahlkreis Südwest bei 130 % des Bundesdurchschnitts, während es im Wahlkreis Nordwest bei 76 % des Bundesdurchschnitts liegt.
Das Stimmengewicht ist im Wählerkreis Reykjavík Nord gleich, wo das Stimmengewicht 102 % des Landesdurchschnitts beträgt, und im Wählerkreis Reykjavík Süd beträgt es 103 % des Landesdurchschnitts. Danach kommt Suðurkjördem, wo das Stimmengewicht 95 % des Landesdurchschnitts beträgt.
Im Wahlkreis Nordost beträgt die Mindeststimmenzahl für jeden Abgeordneten 2.989 Stimmen. Das sind 73 % des Bundesdurchschnitts.
