Die größte seismische Aktivität findet weiterhin auf der Reykjaness-Halbinsel in der Nähe von Sýlingarfell und Hagafell statt. Dies geht aus einer Mitteilung des isländischen Wetteramtes hervor.
Darin heißt es, dass die Erdbebenaktivität in den letzten Tagen recht stabil gewesen sei. In der Nähe des Magmatunnels in Reykjanes wurden innerhalb von 24 Stunden etwa fünfhundert Erdbeben gemessen.
Unter Svartsengi hielten die Zuflüsse an
Nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes begann heute gegen Mitternacht ein Erdbeben in der Nähe von Sýlingarfell und die Aktivität nahm vorübergehend über eine Stunde lang zu. In der Region wurden etwa 170 Erdbeben registriert, die meisten davon waren kleine Erdbeben, aber eines hatte eine Stärke von 3,0.
In der Ankündigung heißt es außerdem, dass anhand der Verformungsdaten von GPS-Messgeräten und Satelliten ersichtlich sei, dass der Ausbau in Svartsengi fortgesetzt werde. In der Nähe des Magmatunnels werden immer noch Verformungen gemessen.
Bei den GPS-Messungen konnten im Zusammenhang mit dem Erdbeben letzte Nacht jedoch keine Veränderungen festgestellt werden. Sowohl seismische als auch Verformungsdaten deuten darauf hin, dass der Magmazufluss sowohl unter Svartsengi als auch in der Mitte des Magmatunnels anhält. Die Erschütterungen heute Nacht könnten ein Hinweis auf erhöhten Druck im Korridor sein.
Die Verfestigung kann mehrere Monate dauern
Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Interpretation der neuesten Daten wird ein Ausbruch über dem Magmatunnel weiterhin als wahrscheinlich angesehen, solange der Magmazufluss anhält. Das größte Risiko eines Magmaausbruchs besteht weiterhin im Gebiet zwischen Hagafell und Sýlingarfell. Die vom norwegischen Wetteramt am 22. November herausgegebene Risikobewertungskarte ist weiterhin gültig.
Weitere Modellrechnungen wurden durchgeführt, um die Ausdehnung des am 10. November entstandenen Magmatunnels abzuschätzen. Diese Modellrechnungen deuten darauf hin, dass ein Teil des Magmatunnels möglicherweise breiter ist als zunächst angenommen. Grob geschätzt könnte die Verfestigung des breitesten Teils des Korridors daher mehrere Monate dauern.
