Massive Erosion an Reynisfjara in Südisland: Schwarzer Strand stark verändert
Außergewöhnlich starke Erosion verändert den schwarzen Strand von Reynisfjara im Süden Islands. Ostwinde trugen Sand ab, Geröll liegt offen. Experten gehen von einer natürlichen Erholung aus.
In den vergangenen Tagen haben sich auf Facebook zahlreiche Videos und Fotos verbreitet, die eine ungewöhnlich starke Erosion am schwarzen Strand von Reynisfjara im Süden Islands zeigen. Große Mengen Sand wurden abgetragen, Geröll und Felsbrocken liegen nun offen am Strand.
Der isländische Rundfunk RÚV berichtet von einem der stärksten Erosionsereignisse, das in der Region bislang beobachtet wurde. Demnach ist ein großes Ufer- und Hangstück von den Hängen des Reynisfjall bis hinunter zu den Warnschildern am Strand abgerutscht.
Reynisfjara nicht gesperrt – Warnhinweise beachten
Die Vertreterin der Grundstücksbesitzer von Reynisfjara, Iris Gudnadottir, erklärte in der Touristik-Facebookgruppe Bakland Ferðaþjónustunnar, dass der Strand derzeit nicht vollständig gesperrt ist. „Wir heißen Gäste willkommen, ermutigen aber die Menschen, einen sicheren Abstand zu halten und die Sehenswürdigkeiten der Natur von der Küste aus zu beobachten oder durch einen Spaziergang nach Westen immer einen sicheren Abstand zu den Wellen halten.“
„Ein rotes Warnlicht am höchsten Punkt des Strandes sowie an der Aussichtsplattform weist jedoch auf gesperrte Bereiche hin. Das Betreten des Berghangs oberhalb der Plattform ist verboten. Besucher werden gebeten, ausreichend Abstand zu den Hängen und insbesondere zu den gefährlichen Wellen zu halten.“
Landwirt und Grundstückseigentümer Guðni Einarsson, der in Reynisfjara geboren wurde und dort aufgewachsen ist, erklärte gegenüber RÚV, er habe noch nie einen vergleichbaren Erdrutsch erlebt. Es gebe keinerlei bekannte Aufzeichnungen über ein solches Ereignis – insbesondere nicht in dieser kurzen Zeitspanne. Nach seiner Einschätzung handelt es sich um das bislang stärkste Erosionsereignis in diesem Küstenabschnitt.
Folgende Fotos und das Titelfoto hat die Autorin in der ersten Januarwoche aufgenommen. Bereits zu dieser Zeit war die Erosion erheblich.
Ostwinde als Hauptursache der Veränderungen
Einarsson führt die aktuelle Situation vor allem auf die seit Wochen vorherrschenden Ostwinde zurück. Diese hätten große Mengen Sand vom Strand abgetragen und westwärts in Richtung Dyrhólaey verfrachtet. Auffällig sei zudem, dass selbst große Blausteinblöcke von der Brandung bewegt und entlang der Küste transportiert wurden. Teile der Westseite des Strandes seien bereits stark ausgewaschen.
Hoffnung auf natürliche Erholung des Strandes
Sollten in den kommenden Tagen wieder Westwinde einsetzen, rechnet Einarsson damit, dass zumindest ein Teil des Sandes zurückkehren könnte. Die schweren Felsbrocken würden jedoch dauerhaft sichtbar bleiben. Gegen die Kraft des Atlantiks könne man jedoch kaum Maßnahmen ergreifen, da die Wellen hier besonders tief und ungebremst auf Land treffen.
Natürlicher Wandel durch Wind und Meer
Zugleich wird betont, dass Reynisfjara einem ständigen natürlichen Wandel unterliegt. Während Westwinde Material am Strand ablagern, tragen Ostwinde es ab. Die aktuelle Situation sei ungewöhnlich, aber nicht dauerhaft. Mit einsetzenden Westwinden könnte sich wieder ein breiter Strand bilden, der sich stellenweise bis zu 50 Meter von Hálsanefshellir ausdehnte und einen Durchgang entlang des Strandes ermöglichte.
Ein aktuelles Video des Strandbschnittes kann hier aufgerufen werden.
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