Der Vulkanologe Þorvaldur Þórðarson glaubt, dass die flachere Magmakammer unter Svartsengi ihre Grenzen erreicht hat.
Die Produktivität der Eruption an der Sundhnúka-Kraterreihe könnte in den kommenden Tagen von drei Kubikmetern pro Sekunde auf sechs Kubikmeter steigen, so Þorvaldar, der jedoch angibt, dass es sich dabei nur um eine Theorie handele.
Die Magmamenge, die seit Beginn der Eruption am 16. März in die Magmakammer eingefüllt wurde, beträgt zehn Millionen Kubikmeter.
Mittlerweile gibt es Anzeichen dafür, dass sich die Geschwindigkeit der Landhebung bei Svartsengi, der bisher als Vorläufer eines Magmalaufs galt, verlangsamt hat.
„Dann kann man damit rechnen, dass etwas passiert“, sagt Þorvaldur, der einen Magmalauf nicht unbedingt für das einzig mögliche Ergebnis hält.
Daher ist es auch möglich, dass sich die flachere Magmakammer unter Svartsengi einfach füllt und voll bleibt, ohne dass ein Magmafluss auftritt, und dass das Magma aus der tieferen Magmakammer direkt an die Oberfläche fließt, ohne die flachere Magmakammer zu berühren.
Sollte noch mehr Magma an die Oberfläche gelangen, so die Theorie der Geowissenschaftler, so strömt das Magma derzeit einerseits in die flachere Magmakammer und andererseits an die Oberfläche, also nur noch ein Teil des Magmas strömt aus dem Krater.
Allerdings könnte es auch passieren, dass sich die flachere Magmakammer entleert, wie es schon zuvor geschehen ist. Aller Wahrscheinlichkeit nach würde das Magma dann auch durch den aktuell aktiven Eruptionskanal an die Oberfläche gelangen.
Eine Ausweitung des Eruptionssystems ist wahrscheinlicher als eine neue Eruption
Wenn die Menge an Magma, die durch den Schlot fließt, zunimmt, können sich neue Krater öffnen und bestehende Kratersysteme können sich ausdehnen.
Þorvalður hält es für unwahrscheinlich, dass das Magma an eine andere Stelle durchbricht und es zu einer neuen Eruption kommt. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.
Er glaubt, dass es in den kommenden Tagen, dieser Woche, für Schlagzeilen sorgen wird.
