Seit Inkrafttreten der neuen Vorschriften im Jahr 1999 stagniert die Abwasserbehandlung in Island. Nach Angaben der Umweltbehörde erfüllen 88 % der Gemeinden mit 2.000 oder mehr Einwohnern, also insgesamt 326.000 Einwohner, nicht die Anforderungen des Gesetzes minimale Abwasserbehandlung. In 14 % der Gemeinden des Landes werden die Abwässer überhaupt nicht behandelt, was bedeutet, dass unbehandelte Abwässer ins Meer gepumpt werden, was negative Auswirkungen auf Menschen, Umwelt und Tierwelt haben kann.
Berichte zeigen, dass es uns in Bezug auf die Entwässerung erheblich schlechter geht als anderen Ländern, und es gibt erhebliche Debatten darüber, wie sich der aktuelle Stand der Abwasserbehandlung auf das Image und den Ruf des Landes auswirkt.
Der Grund, warum das Thema zum Stillstand gekommen ist, liegt vor allem daran, dass wir Isländer so viel Wasser haben, was im Allgemeinen unsere Einstellung zu den Ressourcen des Landes prägt. Viele Kommunen zögern, diese Themen zu diskutieren, da die meisten mit Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe rechnen. Die Europäische Union hat strengere Regeln angekündigt, und wenn nichts unternommen wird, wird die Kluft in zehn Jahren noch viel größer sein.
Die Angelegenheit wird im heutigen Morgunblaði ausführlich besprochen.
