Das Cybersicherheitsteam CERT-IS hält dies für einen Grund, vor betrügerischen Anrufen zu warnen, deren Ziel es ist, Opfer dazu zu verleiten, sich mit elektronischen Zugangsdaten bei einer Hausbank anzumelden.
Guðmundur Arnar Sigmundsson, Direktor von CERT-IS, bestätigt dies in einem Interview mit mbl.is.
Guðmundur sagt, das meiste davon sei etwa einen Monat her. Es handelte sich nicht um eine große Anzahl an Anrufen, aber die betrügerischen Anrufe sind im Ausland bekannt.
Internationale kriminelle Gruppen
„Es kommt in Schwankungen“, sagt Guðmundur. „Es ist fast einen Monat her, seit es bei diesen Anrufen eine kleine Pause gab.“
Guðmundur sagt, dass es sich dabei um internationale kriminelle Gruppen handele, die organisiert in verschiedenen Gebieten angreifen. Telefongesellschaften versuchen ihr Bestes, solche Anrufe herauszufiltern, aber es gibt immer Leute, die durchbrechen.
„Das ist die Kehrseite der gleichen Medaille wie beim Versenden betrügerischer SMS und betrügerischer E-Mails.“ Das alles hat das gleiche Ziel: Menschen dazu zu bringen, identifizierende Informationen preiszugeben.“
Die Zahlen wirken auf den ersten Blick isländisch
Auf die Frage, worauf man am meisten achten müsse, antwortet Guðmundur, dass sich die Telefongespräche dadurch auszeichnen, dass die Nummern zwar aus dem Ausland stammen, auf den ersten Blick aber isländisch erscheinen.
Die Zahlen haben das Präfix +1 354, was viele Leute im Reim verwirrt, da +354 Islands Landesvorwahl ist. +1 hingegen ist die nordamerikanische Zahlenzone.
Guðmundur sagt auch, dass es üblich ist, dass die Person, die anruft, sehr gutes und überzeugendes Englisch spricht und behauptet, entweder ein Neuling zu sein, ein Dienstleister für die Bank zu sein oder aus der Ferne zu arbeiten.
Die skrupellosen Parteien bringen die Opfer dann dazu, sich mit elektronischen Zugangsdaten bei ihrer Heimatbank anmelden zu dürfen. Wenn die Anmeldung erlaubt ist, wird fast sofort versucht, die Kreditkarte der Person zu belasten.
Ich kann mich nicht immer wieder anmelden
Guðmundur bekräftigt, dass der betrügerische Anruf nicht dazu führt, dass der Ausweis dauerhaft gestohlen wird. Das Opfer muss sich immer wieder identifizieren, bevor die Hacker erneut in sein Konto eindringen können.
„Wenn ich Ihnen jetzt mein Passwort geben würde, könnten Sie sich jederzeit bei meiner Hausbank anmelden. Da wir aber über eine Zwei-Faktor-Authentifizierung und elektronische Ausweise verfügen, muss ich bei jedem Login immer in der App oder am Telefon antworten.“
Guðmundur sagt, es sei wichtig, aufmerksam zu sein und schnell zu handeln, wenn der Verdacht besteht, dass ein Betrug stattgefunden hat. Es ist wichtig, die Bank zu kontaktieren und die Karte zu sperren. Auch Guðmundur weist darauf hin CERT-IS-Website wo Menschen weitere Informationen finden können.

