Geothermie in Island: Eldvörp soll an Kraftwerk Svartsengi angebunden werden
In Island plant HS Orka, die geothermischen Ressourcen der Kraterkette Eldvörp über Pipelines an das Kraftwerk Svartsengi anzubinden. Die Leistung soll dadurch deutlich steigen.
Grindavík – Vier Jahre nach Beginn der intensiven vulkanischen Aktivitäten auf der Reykjanes-Halbinsel in Island rückt die Sicherung der Energieversorgung erneut in den Fokus. Der Energieversorger HS Orka hat einen Evaluierungsplan vorgelegt, um die geothermischen Ressourcen im Gebiet Eldvörp für das bestehende Kraftwerk Svartsengi nutzbar zu machen.
Kein neues Kraftwerk, sondern Anbindung an Svartsengi
In Eldvörp ist kein eigenständiges Kraftwerk vorgesehen. Stattdessen sollen Pipelines von drei bereits vorhandenen Bohrlöchern zum rund fünf Kilometer entfernten Kraftwerk Svartsengi verlegt werden. Ziel ist es, die Leistung der Anlage von derzeit 85 MW auf bis zu 110 MW zu erhöhen, um den steigenden Bedarf an Strom und Warmwasser auf Reykjanes zu decken.
Laut einem Interview in RUV mit Kristinn Harðarson, Vorstandsmitglied von HS Orka, sei dies die effizienteste Lösung. Durch die Nutzung der bestehenden Infrastruktur in Svartsengi könnten die Eingriffe in das sensible Gebiet von Eldvörp deutlich reduziert werden.
Standort der drei Bohrlöcher, die genutzt werden sollen. Foto aus dem Evaluierungsplan von HS Orka
Naturschutz und geologische Bedeutung
Die rund zehn Kilometer lange Kraterkette Eldvörp liegt südwestlich der Blauen Lagune und zählt zu den markanten geologischen Formationen auf Reykjanes. Das Gebiet steht unter Naturschutz und ist als Naturdenkmal im isländischen Naturerberegister verzeichnet. Aufgrund der empfindlichen Lavafelder ist eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung gesetzlich vorgeschrieben. Der nun eingereichte Evaluierungsplan markiert den ersten formellen Schritt in diesem Verfahren.
Herausforderung Vulkanismus
Der letzte bekannte Ausbruch in Eldvörp liegt zwar mehrere Jahrhunderte zurück, dennoch gehört das Gebiet zum gleichen aktiven Vulkansystem wie Svartsengi. Die anhaltende vulkanische Aktivität seit Dezember 2023 verdeutlicht die Dynamik der Region. Magmaansammlungen in mehreren Kilometern Tiefe bieten ein hohes geothermisches Potenzial, gehen jedoch auch mit Risiken einher. Ein künftiger Ausbruch im Bereich von Eldvörp kann nicht ausgeschlossen werden.
Collage Salty.Lava aus Luftbildaufnahme
Nächste Schritte
Derzeit wird eine bestehende Bohrung aus dem Jahr 1983 getestet, die etwas mehr als einen Kilometer tief reicht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sowie die Bewertung der vulkanischen Risiken sollen in den abschließenden Umweltverträglichkeitsbericht einfließen, der über die weitere Umsetzung des Projekts entscheiden wird.
Titelbild und Collage Eldvörp Kraterkette aus dem Hubschrauber mit Nordurflug / Mirjam Lassak
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