Die isländischen Behörden könnten dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius unter bestimmten Umständen die Einfahrt nach Island verweigern. Hintergrund sind mehrere bestätigte Hantavirus-Infektionen im Zusammenhang mit dem Schiff, bei denen bereits drei Menschen ums Leben gekommen sind.
Eine Person starb an Bord, eine weitere in einem Krankenhaus in Südafrika. Insgesamt wurden bislang acht bestätigte oder vermutete Infektionen gemeldet. Das Schiff befindet sich derzeit vor Kap Verde und soll laut Fahrplan Ende Mai Island erreichen.
Die isländische Chefepidemiologin Guðrún Aspelund erklärte im isländischen Staatsfunk RUV, dass eine Anlandung in Island nur unter strengen Auflagen möglich sei.
„Wir wissen natürlich nicht genau, wie es sein wird. Vieles hat sich dort inzwischen geändert. Aber die Ankunft des Schiffes ist definitiv geplant. Schiffe müssen verschiedene Auflagen hinsichtlich Infektionsschutz und den erforderlichen Zertifikaten und Genehmigungen erfüllen, um an Land gehen zu dürfen. Die jeweiligen Behörden vor Ort haben darüber die Kontrolle. Selbst wenn das Schiff also Kurs auf uns nimmt, heißt das nicht zwangsläufig, dass es auch tatsächlich anlegt. Man geht aber natürlich davon aus, dass es desinfiziert wurde und alle notwendigen Maßnahmen getroffen wurden, bevor es weiterfährt.“
Zudem betonte sie, dass Island rechtlich befugt sei, ein Schiff an der Einfahrt zu hindern:
„Das fällt nicht in den Zuständigkeitsbereich des Chefepidemiologen, aber wir haben durchaus die rechtlichen Befugnisse dafür. Sowohl was das Auslaufen als auch das Einlaufen in den Hafen betrifft. Daher sollte kein Schiff hier anlegen müssen, wenn wir es nicht für sicher halten.“
Titelbild MV Hondius / Wikipedia By Fdesroches
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