Island stellt seine Tourismuspolitik neu auf. Der Finanzplan 2027–2031 zeigt eine klare Entwicklung: weniger steuerliche Vorteile und neue Regelungen für Gebühren im Tourismussektor.
Eine der konkretsten Maßnahmen betrifft geothermische Lagunen. Die Regierung plant, die bisherige steuerliche Begünstigung abzuschaffen. Der Zugang zu Badelagunen soll künftig nicht mehr dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von derzeit 11 Prozent unterliegen, sondern dem regulären Satz von 24 Prozent.
Darüber hinaus kündigt der Plan eine neue gesetzliche Grundlage für Gebühren an touristischen Orten an. Vorgesehen ist ein System, das eine „faire und vorhersehbare“ Abgabe für die Nutzung von Naturattraktionen ermöglichen soll. Die Einnahmen sollen in Infrastruktur, Wartung, Sicherheit und Naturschutz fließen.
Unklar bleibt, wie genau dieses System umgesetzt wird. Der Finanzplan nennt weder konkrete Orte noch Preise oder Modelle. Auch ein direkter Bezug zu bestehenden Parkgebühren wird nicht hergestellt.
Außenministerin Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir hatte bei der Regierungsbildung im Dezember 2024 erklärt, dass die Mehrwertsteuer auf touristische Dienstleistungen nicht erhöht werde. Die nun geplanten Maßnahmen stehen im Kontrast zu dieser Position.
Der Tourismus bleibt eine zentrale Einnahmequelle für Island, wird politisch jedoch neu gewichtet. Statt Wachstum um jeden Preis rücken Steuerung und Finanzierung stärker in den Fokus.
Für Reisende könnte Island in den kommenden Jahren punktuell teurer werden – insbesondere bei Attraktionen wie Lagunen. Gleichzeitig dürfte die Infrastruktur an stark besuchten Orten weiter ausgebaut werden.
Titelbild: Blaue Lagune / Mirjam Lassak
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