Kilometergeld Island ab 2026: Kílómetragjald und die Folgen für Autofahrer
Ab 1. Januar sinken die Kraftstoffpreise in Island deutlich. Mit der Einführung der Kilometersteuer entfällt die Mineralölsteuer, was Benzin und Diesel rund ein Drittel günstiger macht.
Island steht vor einer Kehrtwende in der Verkehrsfinanzierung. Ab dem 1. Januar 2026 wird für alle Fahrzeuge – egal ob Benziner, Diesel, Elektro oder Wasserstoff – eine kilometerbasierte Gebühr (Kílómetragjald) eingeführt. Bislang galt die Kilometergebühr ausschließlich für Elektroautos und Plug-in-Hybride, künftig wird sie auf alle Fahrzeuge ausgeweitet. Dieses System ersetzt die traditionelle Mineralösteuer auf Benzin und Diesel, die abgeschafft wird.
Das isländische Parlament hatte noch vor Weihnachten das Gesetz zur Einführung einer allgemeinen Kfz-Kilometersteuer verabschiedet. Der Gesetzentwurf des Finanz- und Wirtschaftsministers wurde mit 34 Stimmen der Regierungsmehrheit gegen 18 Stimmen der Opposition angenommen.
Wer bei neuen Gebühren erst einmal skeptisch ist, hat gute Gründe. Doch bei genauerem Hinsehen ist die Kilometermaut die einzige Antwort auf eine Welt, die sich verändert. Es ist kein neues Opfer, sondern ein modernes Update für ein veraltetes System.
Kraftstoffpreise wurden am 1.1.2026 gesenkt
Die Einführung der Kilometermaut ist kein reines „Draufzahlgeschäft“. Im Gegenzug wird die bisherige Mineralölsteuer abgeschafft und führt so zur Senkung der Kraftstoffpreise. Auf GSMbensinkönnen die Pumpenpreise abgerufen werden.
Alle Ölkonzerne haben ihre Kraftstoffpreise gesenkt. Benzin und Diesel sind im Durchschnitt um rund ein Drittel günstiger geworden. Zeitgleich trat um Mitternacht die neue Kilometersteuer in Kraft, mit der die bisherige Kraftstoffsteuer entfällt. Laut Gasvaktinkostet Benzin (95 Oktan) an mehreren Tankstellen nun rund 183 ISK pro Liter, zuvor waren es etwa 280 ISK. Der Dieselpreis liegt je nach Anbieter zwischen 205 und 213 ISK pro Liter. Auf Gasvaktin können alle Preise überprüft werden.
Warum wird das System eingeführt?
Das bisherige System basierte primär auf Kraftstoffsteuern. Da Fahrzeuge jedoch immer effizienter werden und der Anteil an Elektroautos massiv steigt, fließen immer weniger Einnahmen in die Staatskasse.
Finanzierungslücke schließen: Die Einnahmen aus Straßennutzungsgebühren sanken von 12,2 ISK pro km (im Jahr 2006) auf nur noch ca. 7 ISK pro km im Jahr 2023.
Energiewende begleiten: Da Elektroautos keinen fossilen Brennstoff tanken, zahlten sie bisher kaum für die Straßennutzung. Das neue System stellt sicher, dass alle Nutzer – unabhängig von der Antriebsart – einen fairen Beitrag zum Erhalt der Infrastruktur leisten.
Das Fair-Use-Prinzip (Verursachergerechtigkeit)
Bisher haben wir ausschließlich für den Sprit bezahlt, nicht für die Straße. Das war so lange okay, wie alle den gleichen Treibstoff nutzten. Jeder zahlt exakt für das, was er nutzt. Ein Kilometer Straße kostet im Grundtarif künftig für alle das Gleiche: 6,95 ISK– egal, was im Tank oder im Akku steckt.
Unterschiedliche Folgen der neuen Steuerregelung
Die alte Spritsteuer war eine „Strafsteuer“ für Menschen auf dem Land oder Geringverdiener, die auf ältere, durstige Autos angewiesen sind. Die Kilometermaut ist sozial gerechter durch Ende der Doppelbelastung: Wer weit pendeln muss und ein schweres Auto braucht, wird nicht mehr doppelt durch hohen Verbrauch plus hohe Steuern bestraft.
Infrastruktur-Sicherung
Islands Straßen sind durch extreme Wetterbedingungen und steigenden Tourismus massiv belastet. Die Einnahmen aus der Spritsteuer sind im freien Fall – das Geld für Sanierungen fehlt. Ohne die neue Gebühr gäbe es in wenigen Jahren zwei Optionen: Entweder die Regierung lässt die Straßen verrotten (was für alle teurer und gefährlicher wäre) oder der Staat finanziert über allgemeine Steuern. Das Kilometergeld sichert, dass das Wegnetz sicher bleibt.
Woher käme das Geld sonst?
Wenn die Straßen nicht mehr über spezielle nutzerabhängige Gebühren finanziert werden können, müsste der Staat die Milliardenbeträge für den Straßenbau aus dem allgemeinen Steuertopf nehmen. Das würde bedeuten, dass auch ein Stadtbewohner, der nur den Bus nutzt, kein Auto besitzt oder nur zu Fuß geht, über seine Lohnsteuer indirekt den Ausbau von Fernstraßen oder Tunneln mitfinanzierte.
Gerechtigkeit gegenüber Nicht-Autofahrern
Die isländische Regierung argumentiert, dass es unfair wäre, die Kosten für das Straßennetz auf die gesamte Bevölkerung abzuwälzen. Eine Kilometergebühr stellt sicher, dass die Belastung bei den Fahrzeughaltern bleibt. Wer kein Auto besitzt, soll auch nicht für den Verschleiß durch Autos bezahlen müssen.
Warum ist die Einführung einer Kilometerpauschale notwendig?
Um die Finanzierung zu sichern, die den Bau und die Instandhaltung sicherer mautpflichtiger Straßen im ganzen Land für die Zukunft unterstützen kann.
Das alte System ist überholt und wird die Finanzierung des Straßennetzes in Zukunft nicht mehr gewährleisten. Es basiert auf der Annahme, dass alle Fahrzeuge mit Benzin oder Diesel betrieben werden, und stellt eine erhebliche Verschwendung dar. Es hat sich nicht an die zunehmende Verbreitung sparsamerer Fahrzeuge angepasst und wird mit der Energiewende überflüssig werden.
Die Straßenbenutzungsgebühren (Öl- und Benzingebühren zuzüglich allgemeiner Kilometergebühren für Lkw) beliefen sich im Jahr 2023 auf 7 kr. pro gefahrenen Kilometer, was 43 % weniger sind als im Jahr 2006, als sie 12,2 kr./km ergaben.
Das neue System wird die Einnahmen des Finanzministeriums aus Straßenbenutzungsgebühren in Zukunft stabilisieren.
Wie funktioniert die Kilometergebühr?
Die Grundidee ist einfach: Wer mehr fährt, zahlt mehr. Die Gebühr richtet sich nicht mehr nach dem Verbrauch, sondern nach der tatsächlichen Fahrleistung und dem Gewicht des Fahrzeugs.
Die Kosten nach Gewichtsklassen
Die Gebühr ist in 29 Kategorien unterteilt. Während leichte PKW den Basissatz zahlen, steigen die Gebühren mit zunehmendem Gesamtgewicht des Fahrzeugs.
Gebührentabelle (Zum 1.1.2026)
Zulässiges Gesamtgewicht (kg)
Kilometergebühr (ISK/km)
Zulässiges Gesamtgewicht (kg)
Kilometergebühr (ISK/km)
0 – 3.500 kg
6,95
18.001 – 19.000 kg
27,37
3.501 – 5.000 kg
9,85
19.001 – 20.000 kg
28,55
5.001 – 6.000 kg
10,44
20.001 – 21.000 kg
29,77
6.001 – 7.000 kg
11,06
21.001 – 22.000 kg
31,06
7.001 – 8.000 kg
11,73
22.001 – 23.000 kg
32,40
8.001 – 9.000 kg
12,43
23.001 – 24.000 kg
33,79
9.001 – 10.000 kg
13,18
24.001 – 25.000 kg
35,24
10.001 – 11.000 kg
13,98
25.001 – 26.000 kg
36,75
11.001 – 12.000 kg
14,81
26.001 – 27.000 kg
38,04
12.001 – 13.000 kg
16,29
27.001 – 28.000 kg
39,36
13.001 – 14.000 kg
17,92
28.001 – 29.000 kg
40,74
14.001 – 15.000 kg
19,71
29.001 – 30.000 kg
42,17
15.001 – 16.000 kg
21,68
30.001 – 31.000 kg
43,65
16.001 – 17.000 kg
23,86
31.001 kg und mehr
45,17
17.001 – 18.000 kg
26,25
Erfassung und Bezahlung
Die Umstellung erfordert eine neue digitale Infrastruktur. So wird der Prozess für isländische Fahrzeughalter ablaufen:
Meldung des Kilometerstandes: Einmal im Jahr muss der Kilometerstand gemeldet werden. Dies geschieht entweder automatisch bei der Fahrzeuginspektion oder manuell über das Regierungsportal island.is.
Monatliche Abrechnung: Ähnlich wie bei einer Stromrechnung wird die Gebühr monatlich auf Basis der gefahrenen Kilometer eingezogen.
Transparenz: Über das Portal island.is können Halter ihre Fahrhistorie einsehen und den Kilometerstand alle 30 Tage aktualisieren, um eine genauere Abrechnung zu erhalten.
Wichtig für Touristen und Mietwagennutzer
Auch ausländische Fahrzeuge, Mietwagen, Camper, Lkw sind von der Regelung betroffen:
Eigenes Fahrzeug: Bei der Einreise via Fähre wird eine Pauschale bis zum 30. Tag fällig. Kilometergeld ab dem 31. Tag muss bei der Ausreise entrichtet werden.
Mietwagen: Hier gibt es zwei Modelle. Einige Vermieter berechnen eine Tagespauschale (siehe unten), während andere die tatsächlich gefahrenen Kilometer bei der Rückgabe abrechnen. Reisende sollten dies bei der Budgetplanung für ihren Island-Urlaub berücksichtigen.
Wird für Motorräder eine Kilometergebühr erhoben?
Ja, der Kilometerpreis für Motorräder wird 40 % niedriger sein als der Kilometerpreis für Pkw, also 4,15 ISK/km.
Was bedeutet das für das Reisebudget?
Zusatzkosten vs. Ersparnis: Während diese Gebühr bei der Fahrzeugrückgabe oder über den Vermieter anfällt, sinken im Gegenzug die staatlichen Steuern auf den Kraftstoffpreis an der Zapfsäule. Für Reisende mit verbrauchsstarken Fahrzeugen (z. B. 4×4 Camper) könnte sich das System sogar lohnen, da der hohe Verbrauch nicht mehr zusätzlich besteuert wird.
Abrechnungsart: Achte bei der Buchung ab 2026 darauf, ob der Vermieter die Gebühr als Flatrate pro Tag inkludiert oder am Ende nach Kilometern genau abrechnet. Langzeitmieter, die nicht viele Kilometer fahren, gehen bei pauschaler Berechnung teurer heraus.
Tunnelgebühren: Beachte, dass der Tunnel Vaðlaheiðargöng bei Akureyri weiterhin separat mautpflichtig bleibt und nicht durch die Kilometergebühr abgedeckt ist.
Parkgebühren haben nichts mit dem Kilometergeld zu tun und sind auch nicht abgedeckt.
Ausnahmen: Wer zahlt nichts?
Nicht jedes Fahrzeug muss die Kilometerpauschale entrichten. Von der Gebühr befreit sind:
Landwirtschaft & Bau: Traktoren (bis 40 km/h), Baumaschinen und Fahrzeuge, die fast ausschließlich im Gelände eingesetzt werden.
Einsatzfahrzeuge von Rettungsdiensten und anerkannten Hilfsorganisationen, sofern sie ausschließlich für Rettungszwecke genutzt werden
Fahrzeuge ausländischer Botschaften und Diplomaten mit entsprechendem Kennzeichen und Registrierung
Abgemeldete Fahrzeuge: Fahrzeuge, die außer Betrieb gesetzt wurden.
Wie erfolgt die Registrierung am Hafen Seyðisfjörður?
Für Fahrzeuge mit einem Aufenthalt von 1 bis 30 Tagen in Island wird eine einmalige Mautpauschale erhoben. Die Höhe richtet sich nach dem Gesamtgewicht des Fahrzeugs und der Dauer des Aufenthalts. Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht ab 10 Tonnen (z.B. schwere Lkw, Busse oder große Wohnmobile) zahlen grundsätzlich keine Pauschale, sondern immer die kilometerabhängige Gebühr.
Pauschale bei 1–30 Tagen Aufenthalt (ISK), ab dem 31. Tag muss eine Kilometergebühr bei Ausreise gezahlt werden.
Gewicht in kg
bis 10 Tage
11–20 Tage
21–30 Tage
1 – 3.500
13.400
20.100
23.450
3.501 – 5.000
19.000
28.500
33.250
5.001 – 6.000
20.140
30.210
35.245
6.001 – 7.000
21.340
32.010
37.345
7.001 – 8.000
22.620
33.930
39.585
8.001 – 9.000
23.980
35.970
41.965
9.001 – 9.999
25.420
38.130
44.485
Motorräder
8.300
12.450
14.525
Kilometergeldberechnung bei Mietwagen/Campern
Die neue Straßennutzungsgebühr wird von den Mietwagenfirmen unterschiedlich erhoben. Grundsätzlich gibt es zwei Modelle: eine feste Tagespauschale oder eine kilometerabhängige Abrechnung, meist kombiniert mit einer Verwaltungsgebühr. Die Abrechnung erfolgt je nach Anbieter entweder im Voraus oder nachträglich bei Rückgabe des Fahrzeugs über die Kreditkarte.
Überblick Abrechnungsmodell einiger Mietwagenanbieter, nicht vollständig, Änderungen vorbehalten! Stand 15.01.2026
Bei kilometerabhängiger Abrechnung wird die tatsächlich gefahrene Strecke bei Rückgabe des Fahrzeugs ausgelesen. Die Kreditkarte wird anschließend entsprechend belastet. In der Regel erfolgt zunächst eine Vorautorisierung.
Beispielrechnung: Straßennutzungsgebühr bei Hertz
Angenommen, du mietest ein Fahrzeug bei Hertz für 10 Tage und fährst während dieser Zeit insgesamt 1.500 Kilometer beim Abrechnungsmodell kilometerabhängig.
Kosten pro Kilometer :
6,95 ISK Grundgebühr 1,736 ISK Verwaltungsgebühr inkl. MwSt = 8,686 ISK pro Kilometer
Ergebnis Für eine 10-tägige Mietdauer mit insgesamt 1.500 gefahrenen Kilometern beträgt die Straßennutzungsgebühr bei Hertz 13.029 ISK. Abgezogen werden muss die Spritersparnis von ca. einem Drittel.
Der starke Rückgang der Kraftstoffpreise federt die neue Kilometergebühr deutlich ab, gleicht sie jedoch nicht vollständig aus.
Strafen
Bei vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Verstößen gegen die Kilometersteuer drohen hohe Geldbußen: falsche oder irreführende Angaben sowie das Nicht-Erfassen des Kilometerstands werden mindestens mit dem Doppelten, in schweren Fällen mit dem bis zu Zehnfachen der hinterzogenen Steuer geahndet und können als Straftat gelten. Auch falsche Angaben ohne steuerliche Auswirkung, die Mitwirkung an Falschangaben zur Steuerpflicht anderer sowie bereits der Versuch sind strafbar.
Artikel wurde überarbeitet und nach Besuch / Abfrage bei einzelnen Mietwagenanbietern angepasst.
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