Reykjanes, 1. April 2025, 06:30 Uhr Ortszeit – In der Sundhnúk-Kraterreihe ist derzeit ein heftiger Erdbebenschwarm zu verzeichnen.
Seit Beginn des Magmaflusses um 6:30 Uhr wurden mehr als 200 Erdbeben aufgezeichnet. Seismische Aktivitäten erstrecken sich mittlerweile weiter nach Norden und Süden als zuvor, doch die Erdbeben treten weiterhin in beträchtlicher Tiefe auf. Das bedeutet, dass das Magma derzeit noch nicht an die Oberfläche gelangt, erklärt Jóhanna Malen Skúladóttir, Expertin für Naturgefahren beim isländischen Wetterdienst im Interview mit RUV.
Die meisten Erdbeben erreichten eine Stärke von 3 oder mehr. Besonders bemerkenswert: Ein Beben mit der Stärke 4 war deutlich im Hauptstadtgebiet zu spüren. Auch GPS-Messungen und Bohrlochdruckmessungen zeigen deutliche Veränderungen. Dies deutet darauf hin, dass ein Magmafluss begonnen hat und dass wahrscheinlich ein Vulkanausbruch folgen wird.
Update 10:38 Uhr:
Evakuierung von Grindavík abgeschlossen – Acht Personen verweigern sich, zu gehen
Die Evakuierung von Grindavík ist weitgehend abgeschlossen, doch acht Personen weigern sich, die Stadt zu verlassen. Dies bestätigte Úlfar Lúðvíksson, Polizeichef von Suðurnes. Er betont, dass die Polizei niemanden zur Evakuierung zwingt, sondern die verbleibenden Bewohner wiederholt über die Risiken informiert hat. Diese Vorgehensweise entspricht früheren Einsätzen.
Laut Úlfar verbleiben die Personen auf eigenes Risiko in der Stadt, sind jedoch mit den Fluchtwegen vertraut.
Erdbeben und Bodenverformungen in Grindavík spürbar
Messgeräte zeigen deutliche Bodenverformungen, die stärker sind als bei den letzten Eruptionen der Sundhnúk-Kraterreihe. Dies weist auf große Magmabewegungen hin. Aktuelle Daten legen nahe, dass sich das Magma sowohl nach Nordosten als auch nach Süden in Richtung Grindavík ausbreitet. Wo es letztlich die Erdoberfläche durchbrechen wird, bleibt ungewiss.
Rettungskräfte vor Ort berichten von spürbaren Erdbeben und Bodenveränderungen, die auf mögliche Rissbildungen in der Stadt hindeuten.
Flugverkehr bleibt unbeeinträchtigt
Die isländische Flughafengesellschaft Isavia überwacht die Lage genau, sieht aber derzeit keine Auswirkungen auf den Flugverkehr. Sollte ein Vulkanausbruch beginnen, wird ein Beobachtungskreis eingerichtet, um eine Aschevorhersage zu erstellen. Die Entscheidung über mögliche Flugplanänderungen liegt dann bei den jeweiligen Airlines.
Bislang hatten die jüngsten Vulkanausbrüche auf Reykjanes keine nennenswerten Auswirkungen auf den Flugverkehr. Isavia informiert bei Bedarf aktuell auf ihrer Website.

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Die Evakuierung von Grindavík ist im vollen Gange und verläuft reibungslos, berichtet Hjördís Guðmundsdóttir, Kommunikationsdirektorin des isländischen Katastrophenschutzes. Die Maßnahmen wurden umgehend nach einer Meldung des Wetterdienstes eingeleitet, die eine erhöhte seismische Aktivität und Magmaströme bestätigte.
Das Koordinationszentrum des Zivilschutzes wurde aktiviert, und Einsatzkräfte sind vor Ort. „Es herrscht Ruhe, obwohl wir eine außergewöhnliche Situation erleben. Die Vorwarnzeiten vor einem Ausbruch waren oft kürzer“, so Hjördís.
Seismische Aktivität verlagert sich nach Süden
Naturkatastrophenexpertin Jóhanna Malen Skúladóttir bestätigt, dass die seismische Aktivität sich zunehmend in Richtung Grindavík bewegt. Während frühere Beben zwischen Sýlingarfell und Stóri Skógfell am stärksten waren, konzentrieren sie sich nun südlich in Richtung Sundhnúk. Besonders betroffen ist das Gebiet zwischen Þorbjörn und Sýlingarfell. Experten halten dort einen Vulkanausbruch für möglich.
Seit Beginn des Magmaflusses um 6:30 Uhr ereigneten sich rund 150 Erdbeben, viele davon mit einer Stärke von über 3.
Neugierige versammeln sich an der Reykjanesbraut
Trotz der Gefahr parken Autofahrer am Rand der Reykjanesbraut, um einen möglichen Vulkanausbruch aus erster Hand mitzuerleben.
HS Veitur: Versorgung gut vorbereitet
Páll Erland, CEO von HS Veitur, erklärt, dass alle Abläufe vorbereitet seien. „Wir sind auf ein unvorhersehbares Ereignis eingestellt“, so Páll. Notfallpläne wurden aktualisiert, zusätzliche Ausrüstung beschafft und Notfalltanks für Wasser und Heizung installiert.
Erhebliche Ausbruchswahrscheinlichkeit
Laut Jóhanna Malen Skúladóttir deutet vieles darauf hin, dass Magma bald zwischen Sýlingarfell und Stóri Skógfell an die Oberfläche treten könnte – ähnlich wie bei früheren Ausbrüchen.
Blaue Lagune evakuiert
Die Evakuierung der Blauen Lagune wurde erfolgreich abgeschlossen. Laut Direktorin Helga Árnadóttir verlief der Vorgang zügig und problemlos. Etwa 200 Personen, darunter 150 Gäste und Mitarbeiter, wurden in Sicherheit gebracht.
Messungen deuten auf bevorstehenden Ausbruch hin
Benedikt Ófeigsson, Leiter der Deformationsmessungen, bestätigt, dass die typischen Signale eines Magmaflusses auf den Geräten des Wetterdienstes sichtbar sind. „Alles deutet auf einen beginnenden Ausbruch hin“, erklärt er.
Webcams zeigen weiterhin Live-Bilder aus dem betroffenen Gebiet. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung hat das Magma die Oberfläche jedoch noch nicht erreicht.