Der isländische Umwelt-, Energie- und Klimaminister Jóhann Páll Jóhannsson hat den Antrag des Energieversorgungsunternehmens der Westfjorde Orkubús Vestfjarða abgelehnt, die Schutzbestimmungen für das Naturschutzgebiet Vatnsfjörður aufzuheben. Damit ist der Bau des geplanten Wasserkraftwerks Vatnsdalur in den Westfjorden vorerst vom Tisch.
Bereits im Winter 2023 hatte die Energieagentur beantragt, das Projekt in den Rahmenplan für Energievorhaben aufzunehmen. Energiemanager Elís Jónatansson kritisierte die Entscheidung des Ministers bei der Nachrichtenagentur RUV als enttäuschend: „Andere Optionen sind schlicht viel teurer und weniger effizient. Letztlich wird das zu höheren Strompreisen führen.“
Jóhannsson erkennt zwar den dringenden Bedarf an einer sicheren Stromversorgung in den Westfjorden an, will aber den Naturschutzstatus von Vatnsfjörður aus dem Jahr 1974 nicht ändern. Die Energieagentur muss die Folgen der Entscheidung noch prüfen.
Schwierige Lage in den Westfjorden
Alternative Energieprojekte wie Hvanneyrardalur oder Skúfnavatn gelten als wenig rentabel, solange nicht das umstrittene Hvalárvirkjun ans Netz geht. Dieses Vorhaben steckt jedoch weiterhin in juristischen Auseinandersetzungen und stößt wegen der Eingriffe in die Wildnis des Drangajökull-Gebiets auf erheblichen Widerstand.
Laut Gylfi Ólafsson, Vorsitzender des Regionalen Entwicklungsbüros der Westfjorde Vestfjarðastofa, bleibt ohne Hvalárivkjun der Ausbau weiterer kleinerer Kraftwerke kaum realisierbar. Auch die Verdoppelung der Weststromleitung sei zwar technisch denkbar, in der Praxis aber teuer und langwierig.
Energieversorgung weiter ungewiss
Ohne neue Kraftwerke oder massiven Netzausbau bleibt die Stromversorgung in den Westfjorden fragil. „Eine stabile Infrastruktur ist entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung. Mit besserer Versorgung könnten Unternehmen wachsen und neue Arbeitsplätze entstehen“, so Ólafsson.
Titelfoto Wasserfall im Vatnsfjörður / Mirjam Lassak
In Island plant HS Orka, die geothermischen Ressourcen der Kraterkette Eldvörp über Pipelines an das Kraftwerk Svartsengi anzubinden. Die Leistung…