In mehreren Gemeinden Ostislands werden derzeit wichtige Schritte unternommen, um Museen und Kulturerbestätten besser zugänglich zu machen und professionell zu betreuen. Sowohl in Fjarðabyggð als auch in Borgarfjörður-eystri sind strukturelle Veränderungen geplant oder bereits umgesetzt worden.
Gemeinsames Museumsticket für Fjarðabyggð
Wie die Gemeinde Fjarðabyggð mitteilt, ist zum Jahreswechsel eine neue Gebührenordnung für die Museen der Gemeinde in Kraft getreten. Kern der Neuerung ist ein gemeinsames Museumsticket, das den Eintritt in alle Museen von Fjarðabyggð ermöglicht. Zuvor mussten Besucher für jedes Museum separat bezahlen.
Gleichzeitig wurde ein einheitlicher Eintrittspreis eingeführt. Erwachsene zahlen nun 2.400 ISK, während Schüler und Kinder freien Eintritt haben. Die Museen sind regulär während der Sommermonate geöffnet, außerhalb dieser Zeiten können Besuche für kleinere und größere Gruppen vorab gebucht werden.
Vier Museen unter einem Ticket
Das gemeinsame Ticket gilt für alle vier Museen der Gemeinde: das Museumshaus in Norðfjörður, das Schifffahrtsmuseum Ostislands in Eskifjörður, das Kriegsmuseum in Reyðarfjörður sowie das Französische Museum in Fáskrúðsfjörður. Nach Angaben der Gemeinde können insbesondere Familien deutlich sparen. Für eine vierköpfige Familie sei der Besuch aller Museen nun bis zu 80 Prozent günstiger als zuvor.
Die Preisvereinheitlichung orientiert sich an vergleichbaren Museen in anderen Regionen Islands. Ziel ist es, den Zugang der Einwohner zur Kultur zu erleichtern und Fjarðabyggð gleichzeitig als touristisches Reiseziel attraktiver zu machen.
Ausbau der Museumsarbeit und Wiederaufbau des Kriegsmuseums
Þórhildur Tinna Sigurðardóttir, Direktorin des Isländischen Kulturzentrums, erklärt, dass das Kulturamt kürzlich die Leitung der Museen in Fjarðabyggð übernommen habe. Dies eröffne neue Möglichkeiten für eine engere Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen. Geplant sind unter anderem eine stärkere Koordination von Personal und Ressourcen sowie der Bau eines zentralen Depots in Eskifjörður, in dem künftig Museumsbestände zusammengeführt werden sollen.
Weitere Projekte umfassen die Renovierung von Ausstellungen und den Wiederaufbau des Kriegsmuseums in Reyðarfjörður, das beim Sturm im Jahr 2022 beschädigt wurde. Das Museum soll in den kommenden Jahren in drei Phasen wiedereröffnet werden, die erste Phase ist für diesen Sommer vorgesehen.
Professionelle Leitung für das historische Torfhaus Lindarbakki in Borgarfjörður-eystri
Parallel dazu berichtet das Regionalmedium Austurfrétt über Pläne zur Neuorganisation der Betreuung des historischen Torfhauses Lindarbakki im Osten von Borgarfjörður. Vorgesehen ist eine Vereinbarung zwischen der Gemeinde Múlaþing und dem Museum von Ostisland, wonach das Museum künftig die professionelle Leitung und fachliche Betreuung der Anlage übernimmt.
Lindarbakki befindet sich vollständig im Besitz der Gemeinde Múlaþing. Ein Vertragsentwurf liegt laut Bericht bereits größtenteils vor, noch ausstehende Formalitäten sollen zeitnah abgeschlossen werden. Alle befragten Kommentatoren äußerten sich positiv zu der geplanten Regelung, da sie die Arbeit der kommunalen Umwelt- und Bauabteilungen erleichtern soll.
Entlastung der Gemeinden und Stärkung des Kulturerbes
Das professionelle Management durch das Museum von Ostisland umfasst unter anderem die Bearbeitung von Förderanträgen sowie Anträge zur Nutzung des Gebäudes oder des umliegenden Geländes für Veranstaltungen. Die geplante Änderung folgt auf die Gründung einer Lindarbakki-Freundesvereinigung im vergangenen Sommer, die bereits Mittel für Instandhaltung und Verbesserungen gesammelt hat.
Viele Einheimische und Besucher betrachten Lindarbakki als einen der größten Kulturschätze der Region Borgarfjörður. Zusammen mit den Neuerungen in Fjarðabyggð sollen die aktuellen Maßnahmen dazu beitragen, das kulturelle Erbe Ostislands langfristig zu sichern und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Titelbild: Lindarbakki in Borgarfjördur-eystri / Mirjam Lassak
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