Im Kratergebiet Sundhnúk auf der Reykjanes-Halbinsel ist es derzeit ruhig. Die Aktivität wird weiterhin genau beobachtet, da ein Magmaausbruch jederzeit und ohne Vorankündigung auftreten kann.
Kaum Erdbeben in den letzten Tagen
In den vergangenen Tagen wurden nur wenige Erdbeben in der Nähe der Sundhnúk-Gígar-Serie auf der Reykjanes-Halbinsel registriert. „Es ist eine sehr ruhige Lage“, sagte Ingibjörg Andrea Bergþórsdóttir, Expertin für Naturgefahren beim Isländischen Wetterdienst, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur RÚV.
Die Landhebung dauere zwar weiterhin an, die Erschütterungen seien jedoch schwach. „Es gibt nichts Neues zu berichten. Wir warten einfach ab“, so Bergþórsdóttir. Die Situation bleibt unter Beobachtung.
Auf die Frage nach möglichen Folgen eines erneuten Ausbruchs erklärte Bergþórsdóttir, ihre Einschätzung habe sich nicht verändert. Man sei vorbereitet und beobachte die Lage kontinuierlich. Ereignisse könnten auch ohne lange Vorzeichen eintreten, weshalb die Überwachung aufrechterhalten werde.
Einschätzung der Vulkanologen
Der Vulkanologe Ármann Höskuldsson sagte in einem Interview mit Morgunblaðið, dass sich die Lage derzeit zu beruhigen scheine. Seiner Einschätzung nach seien die Ausbrüche an der Sundhnúk-Spalte vorerst abgeschlossen, auch wenn die Reykjanes-Halbinsel insgesamt weiterhin vulkanisch aktiv bleibe.
Ein Ausbruch zum Jahreswechsel gilt inzwischen als unwahrscheinlich. Der Vulkanologe Þorvaldur Þórðarson hatte von einem Sylvesterausbruch gesprochen. Dennoch gilt das Vulkansystem unter der Reykjanes-Halbinsel weiterhin als der wahrscheinlichste Ort für einen künftigen Vulkanausbruch in Island.
Magma sammelt sich weiter unter Svartsengi
Der Isländische Wetterdienst meldete am 23.12., dass sich unter dem Vulkansystem Svartsengi weiterhin Magma ansammelt. Der Prozess verlaufe langsam, aber stetig. Damit bestehe weiterhin ein erhöhtes Risiko für einen Magmafluss und einen Ausbruch.
Aufgrund der langsamen Entwicklung bestehe eine große Unsicherheit hinsichtlich des Zeitpunkts eines möglichen nächsten Ereignisses. Diese könne sich über mehrere Monate erstrecken.
Titelfoto Sundhnúk / Mirjam Lassak
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