Die Vereinigten Staaten haben am Dienstag rund 200 Kilometer vor der Küste Islands den unter russischer Flagge fahrenden Öltanker Marinera beschlagnahmt. Das Schiff befand sich innerhalb der isländischen ausschließlichen Wirtschaftszone, jedoch in internationalen Gewässern.
Nach Angaben des US-Europakommandos wurde die Operation von amerikanischen Streitkräften mit Unterstützung britischer Einheiten durchgeführt. Russland hatte zuvor mehrere Kriegsschiffe, darunter ein U-Boot, zur Eskorte des Tankers entsandt.
Die Marinera war seit mehr als zwei Wochen von den USA verfolgt worden, da sie Kurs auf Venezuela genommen hatte. Die US-Regierung verfolgt derzeit eine harte Linie gegen den Ölhandel mit Venezuela und kündigte an, sämtliche Tanker zu stoppen, die venezolanische Häfen ansteuern oder von dort auslaufen. Präsident Donald Trump wirft der Regierung von Nicolás Maduro vor, in groß angelegten Drogenhandel verwickelt zu sein.
Das isländische Außenministerium bestätigte auf Anfrage, dass die Regierung am Tag der Beschlagnahmung über die Möglichkeit einer US-Intervention informiert worden sei, berichtet RUV. Island habe die Bedeutung der Einhaltung des Völkerrechts betont und signalisiert, im Bedarfsfall humanitäre oder rettungsbezogene Unterstützung zu leisten.
Rechtsexperten betonen, dass der Vorfall keine Verletzung der isländischen Souveränität darstelle. In der ausschließlichen Wirtschaftszone verfügt Island über Nutzungsrechte, jedoch nicht über umfassende hoheitliche Befugnisse. Anders wäre die Lage gewesen, wenn sich der Einsatz innerhalb der 12-Seemeilen-Hoheitsgewässer ereignet hätte.
Russland verurteilte das Vorgehen der USA scharf und berief sich auf die im Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen garantierte Freiheit der Schifffahrt. Nach Angaben russischer Behörden ging während der US-Operation der Kontakt zum Schiff verloren.
Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund wachsender internationaler Spannungen. Insbesondere die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Trump zu Grönland haben in Europa Besorgnis ausgelöst. US-Außenminister Marco Rubio versicherte jedoch gegenüber Kongressabgeordneten, dass keine militärische Gewalt gegen Grönland geplant sei. Die Aussagen des Präsidenten dienten demnach lediglich dazu, politischen Druck auf Dänemark auszuüben.
Die Entwicklungen rund um den Einsatz vor Island sowie die geopolitischen Folgen werden weiter aufmerksam beobachtet.
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