Autor: Steinunn Ásmundsdóttir
Mit Hilfe von Satellitenbildern der Niederländischen Weltraumforschungsorganisation (SRON) werden derzeit die Methan emittierenden Deponien der Welt kartiert. Der Global Methane Hub (GMH) übernimmt in Zusammenarbeit mit Google die Kartierung mithilfe künstlicher Intelligenz.
Deponien sind eine bekannte Quelle von Methangas, insbesondere wenn dort Lebensmittel und andere zersetzende organische Stoffe mit anderen Abfällen vermischt sind.
Methanemissionen in die Atmosphäre gelten als wesentliche Ursache der aktuellen Klimakrise und sind für etwa 30 % des Anstiegs der globalen Temperatur seit der industriellen Revolution verantwortlich und damit nach Kohlendioxid die zweitgrößte Ursache. Öl- und Gasförderung, Landwirtschaft und Deponien sollen die Hauptquellen des Gases sein. Methanemissionen aus Deponien sind für das menschliche Auge nicht sichtbar.
Rote Wolken hängen darüber
Auf der Website des Nachrichtendienstes von Aljazeera heißt es, dass GMH, eine gemeinnützige Organisation, die sich für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen einsetzt, sich Satellitenbilder von Mülldeponien auf der ganzen Welt angesehen habe. Rote Wolken hingen über Mülldeponien in und um Städte, zum Beispiel im indischen Mumbai und Neu-Delhi, im pakistanischen Lahore, Buenos Aires in Argentinien, Santiago in Chile und anderswo. Auf Mülldeponien kommt es in diesen Gebieten nicht selten zu Bränden aufgrund von Gasbildung, die meist eine starke Rauchentwicklung sowie giftige Dämpfe auslösen. SRON-Wissenschaftler platzierten Infrarotkameras auf Satelliten, und das Institut veröffentlichte seine Forschungsergebnisse und Satellitenbilder von Mülldeponien erstmals im Jahr 2020 in der Fachzeitschrift Scientific Advances. Dabei stellte sich heraus, dass die Methanemissionen auf Stadtebene 1,4 bis 2,6 Mal höher waren als geschätzt.
Die gleiche Technik könnte möglicherweise verwendet werden, um nach Anzeichen hoher Methanemissionen aus anderen Quellen zu suchen, beispielsweise aus auftauendem Permafrost.
Die Karte wurde auf der COP28 eröffnet
Öffnen Sie die Karte als Website auf der COP28, der Klimakonferenz der Vereinten Nationen, die vom 30. November bis 12. Dezember in Dubai stattfinden wird. Dort soll eine Bestandsaufnahme der internationalen Verpflichtungen nach dem Pariser Abkommen, dem Klimaabkommen von 2015, erfolgen. Die Karte könnte die weitere Sammlung von Methan auf Deponien anregen und auch dazu beitragen, die Deponierung organischer Abfälle zu stoppen. Fast 150 Länder haben den Global Methane Treaty unterzeichnet und sich damit verpflichtet, die Methanemissionen bis 2030 systematisch um 30 Prozent zu reduzieren. Das Abkommen betont die Notwendigkeit, diese Emissionen zu erfassen und zu messen.
