Die Gemeinde Rangárþing eystra und die Mehrheit der Grundstückseigentümer am Seljalandsfoss wollen die seit Jahren stockende Entwicklung der touristischen Infrastruktur gemeinsam neu aufstellen. Auslöser sind Gespräche, die von den Eigentümern initiiert wurden und bei der Gemeinde auf Zustimmung stoßen, berichtet Morgunblaðið.
Gespräche nach jahrelangem Stillstand
„Wir gehen mit ganzem Herzen an diese Sache heran und ich hoffe, dass wir am Ende zusammenfinden werden“, sagte Bürgermeister Anton Kári Halldórsson. Zwar werde das Gebiet rund um den Seljalandsfoss bereits seit Längerem entwickelt, doch bislang habe es keine Einigung über die konkrete Umsetzung gegeben.
Bekannt ist, dass bereits 2018 im Zuge der Einführung einer Parkgebühr eine Entwicklungsvereinbarung geschlossen wurde. Diese konnte jedoch nie formalisiert werden. Nach Angaben des Bürgermeisters lagen die Gründe dafür auf beiden Seiten: unterschiedliche Vorstellungen über Einnahmen, Zuständigkeiten und später auch Fragen zu Grundstücksgrenzen.
Gemeinde sieht keine Schuldzuweisungen
Halldórsson betonte, es sei „absolut unfair“, den Grundstückseigentümern die Verantwortung für die Verzögerungen zuzuschieben. Rückblickend hätte man sich zwar eine frühere Einigung gewünscht, um notwendige Bauarbeiten rechtzeitig starten zu können, inzwischen seien jedoch die Voraussetzungen gegeben. Finanzierung und Planung stünden, und man wisse, welche Maßnahmen umgesetzt werden müssten.
Im Haushaltsplan der Gemeinde wurden bereits im Herbst Mittel für die Entwicklung des Gemeindegrundstücks Hamragarðar (ehemaliges Campingplatzgrundstück) eingeplant. Dort soll unter anderem mit dem Bau eines neuen Parkplatzes begonnen werden. Der aktuelle Vorschlag der Grundstückseigentümer eröffne nun zusätzliche Optionen.
Zusammenarbeit statt Einzelprojekte
Zwar wäre es theoretisch möglich, einzelne Maßnahmen getrennt umzusetzen, sinnvoll sei dies laut Bürgermeister jedoch nicht. „Wir müssen zusammenarbeiten und das Projekt erfolgreich umsetzen“, sagte Halldórsson. Der Seljalandsfoss biete die Chance, eine der bedeutendsten Touristenattraktionen des Landes langfristig gut zu organisieren.
Valdimar Birgisson, Vertreter der Grundstückseigentümer, erklärte, Ziel sei eine gemeinsame Planung von Entwicklung und Betrieb des Gebiets. Die Vereinbarung aus dem Jahr 2018 könne dabei als Grundlage dienen.
Konkrete Pläne für die Zukunft
Geplant sind unter anderem der Bau eines Betriebsgebäudes, die Verbesserung der Toilettenanlagen, ein sicherer Weg hinter dem Wasserfall sowie zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Aktuell sei der Seljalandsfoss bei Frost aus Sicherheitsgründen häufig gesperrt, werde aber dennoch von Besuchern aufgesucht. Gerade deshalb bestehe dringender Handlungsbedarf.
Titelfoto: Seljalandsfoss / Mirjam Lassak
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