Die Anhebung der Alarmstufe am Sundhnúk-Krater auf der Reykjanes-Halbinsel dient in erster Linie der Vorsorge. Geophysiker Magnús Tumi Guðmundsson betonte im Interview mit Rás 2, dass es vor allem darum gehe, im Ernstfall sofort reagieren zu können. „Es geht darum, dass Rettungskräfte und alle anderen vorbereitet sind. Es lässt sich nicht vorhersagen, dass dies jetzt passieren wird, aber die Geschichte zeigt, dass es jederzeit möglich ist“, sagte Guðmundsson.
Magmazufluss deutlich geringer
Der Magmazufluss unter Svartsengi ist zurückgegangen – derzeit auf etwa 1,5 Kubikmeter pro Sekunde, während es zu Beginn der Eruptionen rund zehn Kubikmeter pro Sekunde waren. Das deutet auf eine allgemein abnehmende Aktivität in der Sundhnúksgígar-Reihe hin, schließt aber einen neuen Ausbruch nicht aus.
Drei mögliche Entwicklungen
Magnús Tumi nannte drei Szenarien, wie sich die Situation entwickeln könnte. Allerdings sei es ein Wagnis, mit solchen Vorhersagen umzugehen, derzeit könne man nichts sagen:
Die Aktivität erlischt in naher Zukunft,
die Eruptionen dauern noch bis zu einem Jahr,
oder sie setzen sich sogar über drei Jahre fort.
Langfristig sei es möglich, dass die Aktivität der Sundhnúk-Kraterreihe nachlasse und es dann möglicherweise keine weiteren Ausbrüche dort gebe. In diesem Fall könnte es ein oder zwei Menschenleben dauern, bis die Halbinsel wieder in eine neue vulkanische Phase eintritt.
Isländisches Wetteramt spricht von erhöhten Magmaflüssen und Ausbruch ab dem 27. September
Das isländische Wetteramt hingegen spricht von einer bis zu drei Monate andauernden Phase erhöhter Wahrscheinlichkeit für Magmaströme oder einen Ausbruch ab dem 27. September. Salty.Lava berichtete⬇️
Vulkanologe Þorvaldur Þórðarson spricht von langsamerem Nachschub unter Svartsengi
Die Schätzung des Vulkanologen Þorvaldur Þórðarson ist, dass ein Ausbruch in der Nähe von Svartsengi wahrscheinlich nicht vor Ende November oder Dezember stattfinden wird.
Der Professor der Universität Island weist darauf hin, dass die Menge des Magmas unter der Erde zwar fast so groß ist wie vor dem letzten Ausbruch im Juli, aber der Nachschub deutlich langsamer geworden ist.
Nach seiner Theorie wäre diese Menge eigentlich nicht genug, um die Verbindung zwischen den Magmakammern langfristig zu stabilisieren. Þórðarson betonte, dass es schwierig ist, Naturereignisse vorherzusagen, da die Natur sich nicht immer an wissenschaftliche Modelle hält.
Während Geowissenschaftler Magnús Tumi Guðmundsson die Alarmstufe vor allem als Vorsichtsmaßnahme zur Vorbereitung sieht und langfristige Szenarien skizziert, gehen die Meinungen zur konkreten Zeitplanung des nächsten Ausbruchs stark auseinander.
Die unterschiedlichen Einschätzungen von Vulkanologen und dem isländischen Wetteramt unterstreichen, wie schwer es ist, den genauen Zeitpunkt des nächsten Ausbruchs vorherzusagen.
Titelfoto: Vulkanausbruch an der Sundhnúk-Kraterreihe im Juli 2025 / Mirjam Lassak
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