Unter dem Geothermiegebiet Svartsengi auf der Reykjanes-Halbinsel hat sich derzeit mehr Magma angesammelt als zu irgendeinem Zeitpunkt seit Beginn der Eruptionsserie an der Sundhnúk-Kraterserie. Das sagte Kristín Jónsdóttir, Leiterin der Abteilung für Naturgefahren beim Isländischen Meteorologischen Amt, im Gespräch mit RÚV.
Nach Einschätzung der Vulkanologin könnte ein neuer Ausbruch eher in den kommenden Tagen oder Wochen stattfinden als erst in vielen Monaten. Die aktuellen Messwerte zeigen, dass sich das System wieder nahe an seiner Belastungsgrenze befindet.
Magmazufluss zuletzt langsamer
Gleichzeitig hat sich der Zufluss von Magma zuletzt deutlich verlangsamt. Laut Jónsdóttir zeigen Modelle, dass der Nachschub aus der Tiefe derzeit geringer ist als zuvor.
Trotzdem liegt das geschätzte Magmavolumen inzwischen etwas höher als unmittelbar vor dem letzten Ausbruch am 1. April des vergangenen Jahres. Für die Forschenden ist das ein Hinweis darauf, dass das System erneut kurz davorstehen könnte, Magma an die Oberfläche freizusetzen.
Mehr Magma könnte stärkeren Ausbruch bedeuten
Die größere Magmamenge könnte auch Auswirkungen auf die Stärke einer möglichen Eruption haben. Mehr Magma bedeute grundsätzlich auch das Potenzial für einen größeren Ausbruch, erklärt Jónsdóttir.
Am wahrscheinlichen Ausbruchsort hat sich allerdings nichts geändert. Sollte es zu einer neuen Eruption kommen, erwarten Fachleute sie weiterhin entlang der Sundhnúk-Kraterserie nördlich von Grindavík.
Zeit zwischen den Ausbrüchen wird länger
Seit dem letzten Ausbruch sind inzwischen rund acht Monate vergangen. Damit verlängert sich der Abstand zwischen den einzelnen Eruptionen dieser Serie zunehmend. Nach Einschätzung der Wissenschaftler ist der vulkanische Prozess jedoch noch lange nicht abgeschlossen. Auch wenn sich der Magmazufluss verlangsamt hat, zeigen Bodenhebungen und Modellrechnungen weiterhin, dass Magma in das System unter Svartsengi nachströmt.
Ein weiterer Ausbruch gilt daher weiterhin als wahrscheinlich – die Frage ist derzeit vor allem, wann genau er beginnt.
Titelbild: Sundhnúk-Krater Ende Juli 2025 / Mirjam Lassak
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