Das siebte Kraftwerk in Svartsengi wurde gestern im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung mit zahlreichen Gästen offiziell in Betrieb genommen. Die neue 55-Megawatt-Anlage ist zugleich die größte Dampfturbine des Landes, wie HS Orka mitteilt. Enthüllt wurde die Gedenktafel von Jóhann Páll Jóhannsson, Minister für Umwelt, Energie und Klima, sowie Tómas Már Sigurðsson, Vorstandsvorsitzender von HS Orka.
Der erste Spatenstich erfolgte Ende 2022. Trotz neun Vulkanausbrüchen auf der Reykjanes-Halbinsel während der gesamten Bauphase konnten alle Termine und Projektpläne eingehalten werden. Die Kosten für Erweiterung und Modernisierung des Standorts belaufen sich auf über 14 Milliarden ISK.
Ersetzt ältere Anlagen und modernisiert Infrastruktur
Mit dem neuen Kraftwerk werden zwei ältere Anlagen von HS Orka in Svartsengi ersetzt. Gleichzeitig wurde die Warmwasserinfrastruktur umfassend modernisiert. Die Stromerzeugungskapazität steigt durch die Erweiterung um rund ein Drittel – von bisher 63 MW auf bis zu 85 MW.
CEO Tómas Már Sigurðsson bezeichnete die Fertigstellung als bedeutenden Meilenstein:
„Angesichts der Naturkatastrophen, die Reykjanes während der Bauzeit heimgesucht haben, ist es eine einzigartige Leistung, dieses moderne Kraftwerk termingerecht fertigzustellen. Alle Beteiligten verdienen großen Respekt.“
Neun Vulkanausbrüche erschwerten die Bauarbeiten
Zwischen November 2023 und März 2024 kam es im Sundhnúk-Kratergebiet zu insgesamt neun Vulkanausbrüchen. Die dabei freigesetzten Gase und die wiederholten Evakuierungen führten zu mehreren Unterbrechungen. Der Bauplatz musste über vier Monate lang gesperrt werden.
Dank enger Zusammenarbeit mit Katastrophenschutz und Einsatzkräften konnte das Projekt dennoch im vorgesehenen Zeitraum abgeschlossen werden.
Ístak, Rafal und HD führende Auftragnehmer
Für die Umsetzung waren drei Hauptauftragnehmer verantwortlich:
- Ístak für Bauarbeiten sowie Sicherheits- und Koordinierungsaufgaben
- Rafal für die elektrische Ausrüstung
- HD für die Installation der Hardware
Dazu kamen zahlreiche Subunternehmen: Planung durch Verkís und Arkitektastofan OG, Bauleitung durch Strendingur, Programmierung des Steuersystems durch Lota sowie Erdarbeiten durch Ellert Skúlason ehf. Die Turbinen- und Generatoranlagen stammen von Fuji aus Japan, deren Fachpersonal das ganze Jahr vor Ort war.
In Spitzenzeiten arbeiteten täglich bis zu 120 Personen auf der Baustelle – ein hoher logistischer Aufwand, besonders während Evakuierungen aufgrund von Gasverunreinigungen.
Raum für zukünftige Erweiterungen
Da die Planungsbehörde keine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung verlangte, beantragte HS Orka 2022 eine neue Betriebsgenehmigung für bis zu 85 MW Leistung. Die geothermische Quelle bietet weiteres Potenzial, sofern ihre nachhaltige Nutzung gesichert bleibt.
Historische siebte Phase abgeschlossen
Das Geothermalkraftwerk Svartsengi ist das erste Kombikraftwerk Islands, das sowohl Strom als auch Warmwasser erzeugt. Der Bau begann 1976 unter dem damaligen Unternehmen Hitaveita Suðurnesja und erfolgte über sechs Entwicklungsphasen. Mit der jetzt abgeschlossenen siebten Phase ist die Anlage vollständig modernisiert.
Titelbild: Geothermiekraftwerk Svartsengi / Mirjam Lassak
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