Es wird zunehmend damit gerechnet, dass der geplante Vestmannaeyjar-Tunnel auf Heimaey eröffnet werden könnte. Ein Kreisverkehr soll dort künftig die Anbindung an das bestehende Straßennetz von Vestmannaeyjarbær herstellen. Ursprünglich war eine Tunnelausfahrt näher bei Herjólfsdalur vorgesehen, diese Planung wurde jedoch verworfen.
In den Abendnachrichten von Sýn wurde jüngst ein neues Visualisierungsvideo der Firma Eyjagöng ehf. gezeigt, das die geplante Tunnelausfahrt auf Heimaey darstellt. Das Unternehmen wurde eigens gegründet, um den Tunnel vorzubereiten, zu finanzieren und später zu betreiben – nach dem Vorbild von Spölur, dem Betreiber des Hvalfjörður-Tunnels.
18 Kilometer unter dem Meer
Der Tunnel soll das isländische Festland mit den Vestmannaeyjar-Inseln verbinden und eine Länge von rund 18 Kilometern haben. Der geplante Startpunkt liegt nahe der Ortschaft Kross in Landeyjar. Um tragfähiges Gestein zu erreichen, müsste der Tunnel auf eine Tiefe von etwa 220 Metern unter dem Meeresspiegel geführt werden.
Auf Heimaey soll der Tunnel unter Klifið verlaufen und südlich von Friðarhöfn an das Straßennetz angeschlossen werden. Die Trassenführung wurde so geplant, dass bestehende Nutzungen im Gebiet – wie etwa Freizeitaktivitäten – weiterhin möglich bleiben.
Machbarkeit gilt als bestätigt
„Die meisten Untersuchungen, insbesondere die neuesten, zeigen klar, dass dieses Projekt realistisch ist“, sagt Árni Sigfússon, Vorsitzender von Eyjagöng ehf. Technisch sei der Bau eines Tunnels zwischen dem Festland und den Inseln möglich.
Offen bleibt jedoch die Frage der Kosten. Schätzungen bewegen sich derzeit zwischen 60 und 140 Milliarden ISK. Um belastbare Zahlen zu erhalten, sollen im Frühjahr zunächst Kernbohrungen sowohl auf Heimaey als auch in Landeyjar durchgeführt werden. Diese Untersuchungen bilden die Grundlage für weitere Entscheidungen.
Wirtschaftlich sinnvoll trotz hoher Kosten?
Árni Sigfússon verweist darauf, dass der Staat bereits hohe Summen in den Betrieb der Fähre Herjólfur sowie in den Hafen von Landeyjahöfn investiert. Aus Sicht der Projektverantwortlichen könnte ein Tunnel langfristig wirtschaftlich sinnvoll sein.
„Wir wollen keine voreiligen Schlüsse ziehen, bevor die Untersuchungen abgeschlossen sind“, betont Sigfússon. Dennoch sei das Potenzial hoch: „Die Rentabilität dieses Projekts kann hervorragend sein – auch wenn die Baukosten beträchtlich sein werden.“
Große Resonanz auf den Inseln
Bei einer gut besuchten öffentlichen Präsentationsveranstaltung stellten Vorstand und Geschäftsführung von Eyjagöng ehf. den aktuellen Projektstand, den Zeitplan und die geplanten geologischen Untersuchungen vor. Die Diskussionen im Anschluss zeigten deutlich: Das Interesse der Bevölkerung an einer festen Verbindung zum Festland ist groß.
Sollte alles nach Plan verlaufen, hofft Árni Sigfússon, „in etwa zehn Jahren“ selbst durch den Tunnel fahren zu können – vielleicht sogar an seinem 80. Geburtstag, sagt er bei Eyjafrettir.
Titelbild: Eyjagong ehf.
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