Die vorübergehende Aussetzung des Walfangs im Sommer 2023 durch die damalige Ernährungsministerin Svandís Svavarsdóttir hat für das isländische Walfangunternehmen Hvalur hf. massive wirtschaftliche Folgen gehabt. Wie nun aus dem aktuellen Jahresabschluss hervorgeht, musste das Unternehmen im Geschäftsjahr 2023/2024 einen Verlust von 224 Millionen ISK hinnehmen. Im Vorjahr hatte Hvalur noch einen Gewinn von 3,5 Milliarden ISK erwirtschaftet.
Der Umsatz brach dramatisch um 84 Prozent ein – von 8,7 Milliarden ISK (ca. 61,2 Mio Euro) auf nur noch 1,4 Milliarden ISK (ca. 9,85 Mio Euro). Die Unternehmensführung macht hierfür die Entscheidung der Ministerin verantwortlich, den Walfang für den Sommer 2023 auszusetzen.
Wie im Jahresbericht angekündigt, plant Hvalur nun rechtliche Schritte gegen den Staat und will Schadensersatz einklagen, berichtet die Wirtschaftszeitung Viðskiptablaðið. Bereits zuvor hatte das Unternehmen eine Entschädigung in direkten Verhandlungen gefordert – ohne Erfolg. Zur Untermauerung ihres Vorhabens verweist die Unternehmensleitung auf eine Stellungnahme des isländischen Ombudsmanns, laut der die Aussetzung des Walfangs keine ausreichende gesetzliche Grundlage gehabt habe.
Darüber hinaus könnte es auch zu einer arbeitsrechtlichen Klagewelle kommen. Laut Jahresbericht ist denkbar, dass einzelne Personen als „Testfall“ vor Gericht ziehen, um ausstehende Löhne für die Walfangsaison 2023 einzuklagen. Die Anteilseigner argumentieren, dass sie Anspruch auf den vollen Saisonlohn hätten, was Hvalur bestreitet
Sollte es in dieser Sache zu Zahlungsverpflichtungen kommen, will das Unternehmen die Lohnforderungen ebenfalls in die Gesamtschadensberechnung einfließen lassen – mit dem Ziel, eine entsprechend höhere Entschädigung vom Staat zu fordern.
Weitere Island-News
Geothermie in Island: Eldvörp soll an Kraftwerk Svartsengi angebunden werden
In Island plant HS Orka, die geothermischen Ressourcen der Kraterkette Eldvörp über Pipelines an das Kraftwerk Svartsengi anzubinden. Die Leistung…




