Alarmstufe erhöht: Sundhnúk-Kraterreihe vor möglichem Ausbruch
Das isländische Wetteramt hebt die Alarmstufe für die Sundhnúk-Kraterreihe an. Ab dem 27. September beginnt eine dreimonatige Phase erhöhter Ausbruchsgefahr – eine neue Gefahrenkarte wurde veröffentlicht.
Das isländische Wetteramt hat die Alarmstufe für das Gebiet Reykjanes–Svartsengi auf VALS=2 erhöht und eine neue Gefährdungsbeurteilungskarte veröffentlicht, dies nur einen Tag nach dem letzten Update. Grund ist die wachsende Wahrscheinlichkeit von Magmaströmen und Vulkanausbrüchen an der Sundhnúk-Kraterreihe.
Nach neuesten Modellrechnungen könnte die entscheidende Magmamenge bereits ab dem 27. September erreicht sein. Die Untergrenze liegt bei rund 11 Millionen Kubikmetern, die spätestens Ende September in der Magmakammer unter Svartsengi zusammenkommen könnten. Die Obergrenze von 23 Millionen Kubikmetern wird voraussichtlich bis Mitte Dezember erreicht.
Die Grafik des Wetteramtes zeigt die Entwicklung der Magmaansammlung in einer Tiefe von 4 km unter Svartsengi von Juli bis 18. Dezember 2025. Die schwarzen Punkte zeigen das berechnete Magmavolumen nach dem letzten Ausbruch, während die roten Punkte die Magmaansammlung während eines laufenden Ausbruchs zeigen.
Ab dem 27. September gilt eine drei Monate andauernde Phase erhöhter Wahrscheinlichkeit für einen Magmafluss oder einen Ausbruch. Ein Ereignis kann während dieses Zeitraums jederzeit einsetzen.
Die wahrscheinlichste Eruptionsquelle bleibt wie bei den vorangegangenen Ausbrüchen das Gebiet zwischen Sundhnúkur und Stóra-Skógfell. Warnungen werden kurzfristig herausgegeben, sobald Messungen eindeutige Anzeichen eines Magmaflusses liefern. Bisher betrug die Vorwarnzeit bei vergleichbaren Ereignissen zwischen 20 Minuten und etwas mehr als vier Stunden.
Die aktuelle Gefahreneinschätzungskarte ist vom 25. September bis 14. Oktober gültig, sofern keine neuen Entwicklungen eine Anpassung erfordern.
Die neue Gefährdungsbeurteilungskarte des Wetteramtes gültig bis 14.10.2025
Hintergrund: VALS-Warnstufen Das Vulkanwarnsystem VALS (Volcanic Alert Level System) des isländischen Wetteramtes umfasst vier Stufen und dient der schnellen Gefahreneinschätzung. Weitere Informationen und Karten: vedur.is – Vulkanwarnstufen
Alles klar – hier ist ein ergänzender Absatz mit passender Zwischenüberschrift, den du in deinen Artikel einfügen kannst:
Einschätzung von Þorvaldur Þórðarson
Þorvaldur Þórðarson, Professor für Vulkanologie an der Universität Island, sieht im Interview mit Morgunbladid den möglichen Ausbruch zeitlich etwas weiter entfernt. Seiner Einschätzung nach könnte ein Ereignis eher Ende November oder im Dezember einsetzen. Zwar sei die Magmamenge unter Svartsengi bereits nahe an der Untergrenze, die beim letzten Ausbruch im Juli erreicht wurde, doch der Nachschub verlangsamt sich deutlich. Der Zustrom liegt derzeit bei weniger als zwei Kubikmetern pro Sekunde – ein Wert, der nach gängiger Theorie kaum ausreiche, um die Verbindung zwischen den Magmakammern langfristig offen zu halten. Dennoch zeigt sich, dass sich die Natur nicht strikt an Modelle hält, was die Prognose erschwert.
Titelfoto: Vulkanausbruch im Juli 2025 / Mirjam Lassak
Snæfellsnes ist offiziell UNESCO-Nationalpark – der erste in Island. Die Region erhält internationale Anerkennung für Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Zusammenarbeit.