Am frühen Morgen des 16. Juli um 03:53 Uhr Ortszeit hat ein Vulkanausbruch im Sundhnúk-Kratergebiet begonnen. Die Eruptionsquelle befindet sich an einem günstigen Ort, da dort keine Infrastrukturen betroffen sind. Spaltöffnung und Lava verlaufen derzeit zwischen Stora-Skógfell, Litli-Skógfell, Fagridalur und Kálffellsheidi, sehr wenig Lava fließt Richtung Westen.
Wir schließen diese Berichterstattung und sind mit Einzel-Meldungen anlassbezogen zurück.
🟠 Update Freitag, 25.07.2025, 09:50 Uhr UTC
Die vulkanische Aktivität im einzigen Krater hat weiter nachgelassen, die Luftqualität am Ausbruchsort ist gut.

🟠 Update Donnerstag, 24.07.2025, 18:15 Uhr
Lava fließt weiter – Gasemissionen rückläufig
Die Aktivität am Sundhnúkur-Krater hat deutlich nachgelassen. Ein Krater ist weiterhin aktiv, Lava fließt nach Osten und Südosten. Die Ströme reichen bis etwa einen Kilometer vom Krater entfernt, die Randbereiche des Lavafeldes bleiben weitgehend stabil. Nur südlich, nahe Fagradalsfjall, ist noch begrenzter Zufluss erkennbar.
Nach aktuellen Messungen der EFLA vom 23. Juli umfasst das neue Lavafeld nun 26,8 Millionen Kubikmeter – verteilt auf 3,3 Quadratkilometer. In den letzten fünf Tagen wuchs das Volumen um 5,1 Millionen Kubikmeter – bei einer durchschnittlichen Fließrate von 12 m³/s.
Die seismische Aktivität hat heute früh nachgelassen, im Gebiet um Svartsengi wurden keine neuen Bodenverformungen registriert.
SO₂-Emissionen sanken auf 25–44 kg/s. Ein Südostwind trug die Gase zunächst über Njarðvík und Keflavík, später könnten auch Vogar, die Hauptstadtregion und Akranes betroffen sein. Vulkanischer Dunst wurde heute in Ísafjörður und Strandir gemeldet. Morgen könnte er bei windstillem Wetter zurückkehren.
Die Bedingungen im Ausbruchsgebiet und direkt am Ende des Lavastromes waren letzte Nacht ideal, die Luftverschmutzung war zurückgegangen. Ein Krater ist noch aktiv.
🟠 Update Mittwoch, 23.07.2025, 18:45 Uhr
Die vulkanische Aktivität in der Sundhnúk-Kraterreihe ist weiterhin stabil und beschränkt sich wie gestern auf einen Krater. Lava fließt weiterhin ostwärts ins Fagradalur. Die Luftwerte haben sich verbessert.
🟠 Update Dienstag, 22.07.2025, 09:30 Uhr
Aktivität am Sundhnúkagígargróði konzentriert sich auf südlichen Krater
Die Intensität des aktuellen Ausbruchs am Sundhnúkagígargróði bleibt weiterhin auf einem ähnlichen Niveau wie zuvor. Laut einer aktuellen Mitteilung des isländischen Wetterdienstes hat sich die vulkanische Aktivität jedoch inzwischen ausschließlich auf den südlichen Krater konzentriert.
Im nördlichen Krater ließ die Aktivität am gestrigen Abend gegen 22:00 Uhr deutlich nach.
Aktuell fließt Lava vom aktiven südlichen Krater nach Osten in das Tal Fagridalur.
🟠 Update Montag, 21.07.2025, 13:45 Uhr
Von den Behören wurde der Wanderweg zum Vulkan zum Zeitpunkt des Schreibens weder freigegeben, noch gesperrt. Viele Besucher haben in den vergangenen Tagen sich auf den Weg gemacht.
Mehr über die Möglichkeiten dazu hier.
Zwei Krater sind noch aktiv. Der anhaltende Ausbruch an der Sundhnúk-Kraterreihe hat in den vergangenen Tagen zu signifikanter Luftverschmutzung geführt – sowohl durch Schwefeldioxid (SO₂) als auch durch feine Sulfatpartikel (SO₄), die sich nach der Reaktion mit Feuchtigkeit und Sauerstoff ausbreiten und über längere Zeit in der Luft bleiben können.
Feinstaub statt Schwefel: Messwerte im Wandel
Obwohl weitreichender Vulkandunst beobachtet wurde, blieben die SO₂-Werte gestern laut Umweltinstitut meist im grünen Bereich. Der Grund: Umgewandelter Vulkandunst wird als Feinstaub (PM1 und PM2,5) gemessen, nicht mehr als Gas. Heute hingegen wurde wieder aktive SO₂-Gasverschmutzung registriert.
Tipp für die Bevölkerung
Da die Ausbreitung des Vulkandunsts nicht von der Gasprognose des Wetterdienstes abgedeckt wird, empfiehlt sich ein Blick auf loftgaedi.is – und stets auf das eigene Wohlbefinden achten.
🟠 Update Sonntag, 20.07.2025, 14:50 Uhr
Seit Tagen beeinträchtigen sowohl Schwefeldioxid (SO₂) als auch vulkanische Ruß oder Dunst (SO₄) die Luftqualität in Island erheblich. Besonders betroffen sind derzeit Süd- und Westisland. Der isländische Wetterdienst warnt vor anhaltendem vulkanischen Dunst – insbesondere bei schwachen, wechselnden Windverhältnissen bis Montagnachmittag.
Vulkandunst nur eingeschränkt messbar – Eigene Vorsicht gefragt
Obwohl Vulkandunst vielerorts sichtbar ist, reichen die Messdaten des Luftüberwachungsnetzes des isländischen Umwelt- und Energieinstituts oft nicht aus, um die genaue Belastung abzubilden. Behörden raten daher dringend zur regelmäßigen Nutzung der Gasverteilungsvorhersage des Wetterdienstes und empfehlen der Bevölkerung, insbesondere auf ihr subjektives Wohlbefinden zu achten.
Was ist vulkanischer Ruß?
Dabei handelt es sich um vulkanischen Dunst, der durch den Ausbruch auf der Halbinsel Reykjanes entstanden ist. Der vulkanische Dunst besteht aus Schwefelpartikeln (SO4) , die durch die chemischen Reaktionen des Vulkangases mit dem Sauerstoff in der Luft entstanden sind. Diese Schwefelpartikel werden von SO2-Gasmessgeräten nicht gemessen sind aber ab einer bestimmten Konzentration als graublauer Dunst sichtbar.
Aktivität im Sundhnúk-Krater weiterhin stabil
In der Nacht auf Sonntag blieb der Ausbruch stabil. Zwei Krater im zentralen Teil der Eruptionsspalte sind weiterhin aktiv. Die Lava fließt nach Osten in Richtung Fagridalur. Eine genaue Bewertung des Lavafortschritts ist jedoch derzeit aufgrund eingeschränkter Sichtbedingungen schwierig.
🟠 Update Samstag, 19.07.2025, 18:20 Uhr
Vulkanische Aktivität aus noch 2 Kratern bleibt stabil – Dunst weiterhin im ganzen Land messbar
Der Ausbruch des Sundhnúk-Kraters zeigt sich seit Donnerstagmorgen relativ stabil und konstant. Aktuell treten noch immer Eruptionen aus zwei bis drei Kratern in der Mitte des am Mittwoch entstandenen Spalts auf.
Unter den derzeitigen Wetterbedingungen – leichtem Wind, hoher Luftfeuchtigkeit und Sonnenschein – hat sich in den vergangenen Tagen vulkanischer Dunst gebildet. Dieser wurde im gesamten Land beobachtet, besonders jedoch im Westen, im Norden sowie im Großraum Reykjavík.
Da auch für das Wochenende nur schwacher Wind vorhergesagt ist, wird sich der Dunst voraussichtlich weiter ausbreiten.
Die feinen Partikel erscheinen auf Luftqualitätsmonitoren als Feinstaub. Genaue Messwerte und Handlungsempfehlungen sind auf der Website der Umwelt- und Energieagentur unter loftgaedi.is einsehbar. Dort finden sich auch Kriterien zur Bewertung der Vulkandunstwerte.
🟠 Update Freitag, 18.07.2025, 19:25 Uhr
Der Ausbruch der Sundhnúkagígarreihe auf Reykjanes dauert an, zeigt jedoch eine abnehmende Aktivität. Die Eruption konzentriert sich derzeit auf das Zentrum der Spalte, seismische Unruhe in der Magmakammer ist kaum noch messbar. Asche wurde nicht freigesetzt – der Flugverkehr bleibt unbeeinträchtigt.
Gleichzeitig hat sich vulkanischer Dunst (Blausmog) über große Teile Islands ausgebreitet, vor allem in Nord- und Westisland. Ursache ist die Reaktion von Schwefeldioxid (SO₂) mit Feuchtigkeit und Sonnenlicht. Die Belastung ist bei schwachem Wind und hoher Luftfeuchtigkeit besonders spürbar.
Gesundheitsbehörden raten empfindlichen Personen, Aktivitäten im Freien einzuschränken. Fenster sollten bei hoher Belastung geschlossen bleiben.
🟠 Update 17.07.2025, 23:30 Uhr: Zusammenfassung des 2. Tages des Vulkanausbruchs – Lavafluss stabil, neue Gefahrenkarte veröffentlicht
🌋Die Straße nach Grindavik wurde um 21:00 Uhr UTC für die Öffentlichkeit geöffnet
Am zweiten Tag des anhaltenden Vulkanausbruchs in der Sundhnúk-Kraterreihe hat die vulkanische Aktivität spürbar nachgelassen, wie das isländische Wetteramt mitteilt. Aktuell sind rund zehn Krater aktiv. Der Lavastrom bewegt sich hauptsächlich in Richtung des Berges Fagradalsfjall, bleibt aber innerhalb vorhersehbarer Grenzen.
Die seismische Aktivität ist weiterhin gering, die Unruhe im Vulkansystem nimmt ab. Sichtbehinderungen durch Nebel erschweren derzeit die direkte Beobachtung der Eruptionsherde. Daten aus geophysikalischen Messungen zeigen seit gestern keine wesentlichen Veränderungen.
Gasverteilung: Gesundheitsrisiko durch SO₂ kurzfristig erhöht
Die SO₂-Konzentrationen erreichten vorübergehend gefährliche Werte – unter anderem in Akureyri. Heute könnte Südostwind vulkanische Gase nach Reykjanesbær treiben, morgen wird wegen starkem Nordwind eine mögliche Belastung in Grindavík erwartet. Eine genaue Beurteilung der Luftqualität bleibt daher tagesaktuell und ist besonders für empfindliche Gruppen relevant.
Neue Gefährdungskarte bis 22. Juli gültig – Lavafluss neu kartiert
Der isländische Wetterdienst hat eine aktualisierte Gefahrenbewertungskarte herausgegeben, gültig bis zum 22. Juli. Die Farbcodierung bleibt unverändert, jedoch wurde die Ausbreitung des Lavastroms auf Basis neuer Luftaufnahmen angepasst.
Hinweis: Windwechsel entscheidend für Gasverteilung
Da die Windrichtungen während der Gültigkeit der Karte variieren, ist mit wechselnden Belastungen durch Gas, pyroklastische Ströme oder potenzielle Brände zu rechnen. Das Risiko durch Luftverschmutzung wird derzeit als gering eingeschätzt (gelbe Zone), dennoch sind tägliche Prognosen zur Gasverteilung wichtig zur Einschätzung der lokalen Lage.
Beobachtungsgebiete und Gefahrenlagen
Die ausgewiesenen Beobachtungszonen bleiben bestehen. In Zone A (Grindavík) besteht weiterhin eine Lavagefahr durch frühere Ausbrüche im Januar 2024 und April 2025. Auf der Karte hervorgehobene Risiken gelten sowohl für aktuelle als auch für vergangene Ereignisse.
🟠 Aktualisiert: Donnerstag, 17. Juli 2025, 18:14 Uhr
🌋 Die vulkanische Aktivität in den Vulkanzentren auf Reykjanes hat deutlich abgenommen und alles deutet darauf hin, dass die Eruptionen nun nachlassen.
🌋 Katastrophenschutzstufe wurde gestern um 21h von „Notstand“ auf „Gefahr“ herabgesetzt
🌋Der Zugang nach Grindavík ist für Einwohner geöffnet, für Öffentlichkeit jedoch nicht
🌋Blaue Lagune, das Hotel Northern Light Inn und Silicia wurden gestern um 21:00 Uhr geöffnet
🌋 Eruption ist zurückgegangen, beschränkt sich auf ca. 10 Krater im Zentrum der Spalte und an ihrem nördlichen Ende
🌋 Die Luft auf Reykjanes ist gut bis sehr gut, höchste Schwefeldioxidbelastung wird derzeit in Akureyri und den Westfjorden gemessen, wo gestern zwei Messgeräte installiert wurden.
360-Grad-Blick von © Hörður Kristleifsson
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Updates
🟠 Aktualisiert: 17. Juli 2025, 18:14 Uhr
Vulkanausbruch schwächt sich ab – Gasverschmutzung in weiten Teilen Islands gemessen
Der Vulkanausbruch auf der Reykjanes-Halbinsel hat deutlich an Intensität verloren. Der isländische Zivilschutz stufte die Lage am Mittwochabend von der Notfallstufe auf die Gefahrenstufe herab. Der Ausbruch hat jedoch zur Folge, dass erhebliche Gas- und Partikelverschmutzung über große Teile Islands hinweggetragen wurde – insbesondere in die Westfjorde, nach Nordisland und auf die Snæfellsnes-Halbinsel.
Lovísa Mjall Guðmundsdóttir, Expertin für Naturgefahren beim isländischen Wetterdienst, erklärte im Nachmittagsinterview, dass die vulkanische Aktivität entlang der Eruptionsspalte stark zurückgegangen sei. „In der letzten Nacht erlosch das Licht am südlichsten Teil der Spalte, heute auch im nördlichen Bereich. Die Aktivität konzentriert sich nun vor allem auf die Mitte der Spalte“, so Lovísa.
Zudem sei die seismische Aktivität in der Region deutlich zurückgegangen. Die Lava ströme überwiegend ostwärts und sammle sich im Tal Fagradalur – begrenzt durch einen hohen westlichen Kraterrand.
Obwohl auf der Reykjanes-Halbinsel selbst die Messstationen aktuell grüne Werte anzeigen, wurde in anderen Landesteilen eine deutliche Luftverschmutzung durch feine vulkanische Partikel gemessen. „Die Partikel aus dem Ausbruch sind schwer zu erfassen, treten aber in Form von Schwebstoffen deutlich in den Messungen auf“, erklärt Lovísa. Die Werte können je nach Windrichtung und -stärke stark schwanken.
Fotos aus Patreksfjörður zeigen einen bläulichen Dunst über dem Fjord – eine sichtbare Folge der Gasverfrachtung. Auch über Island hinweg wurden Gewitter beobachtet, die möglicherweise mit der vulkanischen Aktivität in Zusammenhang stehen.
Neue Daten zur Lavamenge werden in den kommenden Tagen vom isländischen Wetterdienst erwartet.
🟠 Aktualisiert: 17. Juli 2025, 09:04 Uhr
Vulkanische Aktivität im Sundhnúkagígargebiet hält an – Zugang für Touristen weiterhin gesperrt
Trotz rückläufiger Aktivität bleibt der Ausbruch in der Sundhnúkagígar-Kraterreihe weiterhin aktiv. Die Eruption konzentriert sich derzeit auf einige Krater im Zentrum und am nördlichen Ende der Spalte bei Fagradalur. Dort wurden auch zuletzt Dampfexplosionen beobachtet.
Laut dem Naturgefahrenexperten Bjarki Friis vom isländischen Wetterdienst ist die Sicht in der Region aktuell schlecht. Seit gestern konnten keine Drohnenflüge zur genauen Beobachtung durchgeführt werden. Dennoch sei in der Nacht ein deutliches Leuchten zu sehen gewesen – ein Zeichen dafür, dass der Ausbruch noch nicht vollständig zum Erliegen gekommen ist.
Am südlichen Ende der Spalte bei Litla-Skógfell hat sich laut Experten eine Art Sackgasse gebildet. Der Lavastrom bewegt sich weiter ostwärts in Richtung Fagradalsfjall. Schätzungen zufolge hat die Lava am Mittwoch eine Fläche von fast drei Quadratkilometern bedeckt. Genauere Analysen werden mit aktuellen Satellitenbildern erwartet.
Die Stadt Grindavík bleibt weiterhin ausschließlich für Anwohner zugänglich. Touristen und der allgemeinen Öffentlichkeit ist der Zutritt aus Sicherheitsgründen nicht gestattet. Parallel dazu laufen Arbeiten zur Erhöhung der Schutzböschungen.
🟠 Aktualisiert: 17. Juli 2025, 06:10 Uhr
Der Zugang zur Stadt wurde für die Einwohner von Grindavík geöffnet.
Anwohner und Mitarbeiter des Unternehmens bleiben auf eigene Gefahr in Gefahrengebieten. Jeder muss für seine eigenen Aktivitäten oder Untätigkeit verantwortlich sein.
Die Blue Lagoon und das Northern Light Inn sind geöffnet. Fluchtwege sind auf Bláalónsvegur und Grindavíkvegur.
Touristen und/oder die Bevölkerung (außer Anwohner) dürfen derzeit nicht in Grindarvík einreisen.
Es gibt drei Schließposten. An der Grindavík Road an der Kreuzung von Reykjanesbraut, auf Su aurstrandarvegur an der Kreuzung mit Dj úpavatnsvegur und auf Nesvegur östlich des Golfplatzes von Grindavíkur.
🟠 Aktualisiert: 16. Juli 2025, 22:08 Uhr
„Wir sehen keine Anzeichen von Deformationen mehr und die seismische Aktivität hat fast nachgelassen“, sagt Benedikt Ófeigsson, Leiter der Deformationsmessung beim isländischen Wetteramt. „Die Unruhe, die wir aufgrund des Vulkanausbruchs beobachten, lässt langsam nach“, sagt Benedikt. Er sagt, dass es noch immer einen beträchtlichen Lavastrom gebe, die verringerte Turbulenz jedoch ein Hinweis darauf sein könne, dass der Strom nachlasse.
Am Lavarand seien Moosbrände ausgebrochen und es bestehe die Gefahr einer Ausbreitung.
Von den Ausbruchsorten breitet sich die vulkanische Verschmutzung immer noch in südöstlicher Richtung aus. Allerdings wird die Luftqualität derzeit als sehr gut oder gut eingestuft.
🟠 Aktualisiert: 16. Juli 2025, 20:15 Uhr Zusammenfassung des Tages und Vedurstofa
🌋Warnung aus dem Bohrloch von HS Orka kam heute morgen um 01:30 Uhr (UTC)
🌋Die Alarmstufe des Zivilschutzes wurde aktiviert.
🌋 Keine Bewohner und Infrastruktur gefährdet, Flüge sind nicht betroffen.
🌋Geothermiekraftwerk, Blaue Lagune, Hotel Northern Light Inn, Campingplatz in und Grindavík wurden evakuiert. Etwa 200 Menschen mussten die Hotels Retreat und Silica an der Blauen Lagune nach Mitternacht verlassen, da die Intensität des Erdbebenschwarms um 23:55 Uhr begann. Blaue Lagune und Hotel Northern Light Inn sind geschlossen.
🌋 Die Eruptionsspalte ist zwischen 700 und 1.000 Metern breit und scheint nicht länger zu werden.
🌋 Die Luftverschmutzung hat mittlerweile Vogar erreicht, für empfindliche Menschen könnte dies unangenehm sein
🌋Die Lava des Ausbruchs fließt größtenteils ostwärts in Richtung Fagridalur sowie teilweise nördlich Richtung Kálffellsheidi.
🌋 Eruptionsspalt auf ca. 2,4 Kilometer angewachsen
🌋 Sperrposten befinden sich an Grindavíkurvegur, Nesvegur und Suðurstrandarvegur. Die Polizeichefin in Suðurnes bittet Autofahrer, auf und um Reykjanesbraut nicht zu parken.
🌋 Westlich von Fagradalsfjall öffnete sich zweiter Riss, der ca. 500 Meter lang ist
🌋 Die Halbinsel Reykjanes erlebt damit den 9. Vulkanausbruch seit Dezember 2023 im Svartsengi/Sundhnuk-Gebiet und die 12. Eruption seit März 2021 auf Reykjanes.
Aktualisierte Gefahrenbewertungskarte des MET-Office für den Ausbruch des Sundhnúkar
Der isländische Wetterdienst hat eine aktualisierte Gefahrenkarte herausgegeben, die bis zum 18. Juli um 15 Uhr gültig ist, sofern sich die Aktivität nicht ändert. Die Vulkanwarnstufe bleibt auf der höchsten Stufe 3.
Die Risikobewertung basiert auf den neuesten Messungen und zeigt unter anderem:
- Der Ausbruch hat sich länger hingezogen und erstreckt sich weiter nach Norden als vorherige Ausbrüche seit Dezember 2023.
- Die Lavaströme fließen weiterhin, haben sich jedoch verlangsamt.
- Die meiste Lava sammelt sich auf der Ostseite und füllt wahrscheinlich Vertiefungen in der Gegend.
- Die seismische Aktivität hat deutlich abgenommen und es werden nur noch wenige kleine Erdbeben pro Stunde gemessen.
- Die Verschmutzung durch Abgase und Moosbrände ist anhaltend.
Vulkanische Unruhen und Eruptionsaktivität
Der Ausbruch am Sundhnúk-Krater hält an, doch Messungen der vulkanischen Turbulenz zeigen, dass seine Intensität seit heute Morgen abgenommen hat. Das Bild unten zeigt die Entwicklung der Turbulenzmessungen an der seismischen Station Fad nördlich des Fagradalsfjall. Die Linien zeigen die Intensität der Vibrationen in verschiedenen Frequenzbereichen.

Zu Beginn des Ausbruchs wurden in den frühen Morgenstunden starke Turbulenzen gemessen, die seitdem jedoch stetig abgenommen haben.
Die Ausbreitung der Lava
Die untenstehende Karte basiert auf ICEYE-Satellitenmessungen von heute kurz vor Mittag und zeigt die Ausdehnung der Lava, die sich bei diesem Ausbruch gebildet hat. Die Lavastromfläche betrug damals etwa 3,2 km².
Die Karte zeigt auch den ungefähren Ort des Ausbruchs am Sundhnúksgígar um etwa 12:00 Uhr. Die Lava floss von ihrer Quelle nach Norden und Nordosten und bedeckte ein großes Gebiet auf der Kálffellsheiði und in Richtung Svartsengi.

Schwefeldioxid in der Atmosphäre
Waldbrände gelten heute als die größte Bedrohung für Siedlungen, doch die von ihnen ausgehende Verschmutzung wird nicht mit SO₂-Messgeräten gemessen und findet in den aktuellen Verschmutzungsprognosen keinen Niederschlag.
Das Bild unten zeigt die Menge an Schwefeldioxid (SO₂) in der Atmosphäre über Island am 16. Juli 2025 um 13:33 Uhr, gemessen vom Satelliten Sentinel-5P. Die Farben zeigen die Intensität der Verschmutzung an: Hellblau steht für niedrige Werte, Rotbraun für hohe Werte. Über der Halbinsel Reykjavik wurden hohe Verschmutzungswerte gemessen, und die Verschmutzung breitet sich mit dem Wind nach Westen und Südwesten des Landes aus.

Verteilung von SO₂ in der Atmosphäre gemäß Satellitenmessungen.
Risikobewertung aufgrund des Ausbruchs
Unten finden Sie eine Gefahrenbewertungskarte des isländischen Wetterdienstes. Sie zeigt die Einschätzung der Gefährdung durch den Ausbruch des Sundhnúksgígar und die Einteilung der Gefahrengebiete nach der aktuellen Situation. Die Karte beschreibt sowohl die bestehenden Gefahren als auch diejenigen, die sich bei anhaltender Aktivität ergeben könnten.

Alle definierten Beobachtungsbereiche sind auf der Karte gelb markiert (ein gewisses Risiko), die Karte zeigt jedoch auch rote Bereiche, in denen das größte Risiko durch Lava, pyroklastische Ströme und Gasverschmutzung bestehen kann.
Die nächste Aktualisierung der Gefahrenbewertungskarte erfolgt am 18. Juli, sofern nicht aufgrund von Aktivitäts- oder Wetteränderungen frühere Maßnahmen erforderlich sind.
Die Gefahrenbewertungskarte beschreibt Gefahren, die in dem Gebiet bereits bestehen, sowie solche, die durch fortgesetzte Aktivitäten im Svartsengis-System entstehen könnten.
🟠 Aktualisiert: 16. Juli 2025, 15:40 Uhr
Trotz des laufenden Vulkanausbruchs in der Sundhnúkagígaröð hält die Landhebung weiterhin an – ein ungewöhnliches Phänomen. „Normalerweise sackt das Land bei einem Ausbruch sofort ab“, erklärt der Vulkanologe Ármann Höskuldsson gegenüber mbl.is. Dies deute auf Veränderungen im Vulkansystem seit dem letzten Ausbruch im April hin.
Die Spalte, die sich heute Morgen geöffnet hatte, misst laut Wetteramt mittlerweile 2,4 Kilometer. Ein weiterer, 500 Meter langer Riss wurde ebenfalls gemeldet – laut Ármann könnte es sich dabei jedoch um eine Fortsetzung des bestehenden Risses handeln.
Die Aktivität der Eruption habe bereits deutlich nachgelassen. Ármann vermutet, dass es sich um die letzten Risse des Sundhnúkagígar-Prozesses handelt. Die Lava strömt vorwiegend nach Osten in Richtung Fagradalsfjall.
Obwohl der Ausbruch nicht überraschend kam, hält Ármann einen weiteren nördlichen Vorstoß oder eine Eruption nahe der Reykjanesbraut für unwahrscheinlich. Künftige Aktivitäten könnten sich eher Richtung Eldvörp oder Reykjanestá verlagern.
14:10:
Ein weiterer Riss bildet sich am Fagradalsfjall
Jüngste Beobachtungen des Wetterdienstes zeigen, dass der Ausbruch nicht mehr auf einen einzigen Spalt beschränkt ist. Westlich von Fagradalsfjall öffnete sich außerdem ein kleinerer Riss, dessen Länge bei einem Erkundungsflug des isländischen Wetterdienstes und der Küstenwache auf etwa 500 Meter geschätzt wurde.
14:00:
MET-Office teilt mit, dass der Ausbruch nicht mehr auf einen einzigen Spalt beschränkt ist. Der größere Spalt wird auf eine Länge von etwa 2,4 Kilometern geschätzt. Westlich des Fagradalsfjall hat sich zudem ein kleinerer Spalt geöffnet, dessen Länge bei einem Erkundungsflug des isländischen Wetterdienstes und der Küstenwache auf etwa 500 Meter geschätzt wurde.
Margréti Kristín Pálsdóttir, Polizeichefin in Suðurnes, sagte, die Evakuierung von Grindavík sei gestern Abend, als der Ausbruch begann, gut verlaufen. Über hundert Häuser wurden evakuiert; die Evakuierung dauerte etwa anderthalb Stunden.
„Natürlich gehen die Meinungen darüber, ob evakuiert werden soll oder nicht, auseinander, aber dies ist eine Entscheidung, die wir treffen, und wir stehen dazu“, sagt Kristín.
Eine Entscheidung darüber, wann der Verkehr in die Stadt wieder geöffnet wird, ist noch nicht gefallen, die Sperrung wird jedoch nicht länger als nötig andauern. Kristín sagt auch, dass es gelungen sei, Touristen aus der Gegend fernzuhalten.
10:10:
Die Luftqualität in Njarðvík gilt derzeit als ungesund. Die Schwefeldioxidwerte liegen deutlich über den Grenzwerten. Die Luftverschmutzung durch den Ausbruch ist dort deutlich spürbar. Die Bevölkerung wird gebeten, Fenster zu schließen und die Luftqualität genau zu beobachten. Dies können Sie auf der Website Loftgæði.is tun . Hier finden Sie eine Gasverschmutzungsprognose .
10:04:
Die Polizeichefin in Suðurnes bittet Autofahrer, auf und um Reykjanesbraut nicht zu parken.
Die Blaue Lagune, Silicia-Hotel und das Northern Light Inn sind laut Polizeichef geschlossen. Sperrposten befinden sich in Grindavíkurvegur, Nesvegur und Suðurstrandarvegur. Fluchtwege führen jedoch über Nesvegur und Suðurstrandarvegur.
09:56
Die Warnung aus dem Bohrloch kam heute morgen um 01:30 Uhr (UTC). Das Bohrlochwarnsystem von HS Orka funktionierte laut Birna Lárusdóttir, Pressesprecherin von HS Orka, wie bei früheren Eruptionen. Es misst den Bohrlochdruck und gibt bei Druckänderungen eine Warnung aus, die in Echtzeit mit dem System des Wetteramtes verbunden ist.
Das Notfallmanagement-Team von HS Orka wurde sofort nach dem Eintreffen der ersten Warnungen aktiviert, da das Unternehmen direkt an das Katastrophenschutzsystem angeschlossen ist.
09:24
Benedikt G. Ófeigsson, Leiter der Lavastrommessung beim isländischen Wetterdienst, hält es für unwahrscheinlich, dass Magma an einer anderen Stelle als der aktuellen ausbricht. Die Eruptionsspalte erstreckt sich weiter nach Norden und ist mittlerweile etwa zwei Kilometer lang. Erste Schätzungen des Lavastroms gehen von etwa 500 bis 700 Kubikmetern pro Sekunde aus.
Der Lavastrom scheint sich nun nach Norden in Richtung der Autobahn und des Fagridalur auszudehnen und folgt dabei einem ähnlichen Weg wie dem Magmatunnel, der sich während des Ausbruchs am 1. April geöffnet hat.
09:00
Laut Steinunn Þorsteinsdóttir, der Informationsbeauftragten von Landsnet, hat der Ausbruch bisher weder die Stromleitungen noch die Infrastruktur von Landsnet beeinträchtigt.
08:45
Der plötzliche Ausbruch in der Sundhnúkagígar-Serie letzte Nacht kam laut Benedikt G. Ófeigsson vom isländischen Wetterdienst „in gewisser Weise überraschend“, obwohl man damit gerechnet hatte, dass sich die Bedingungen nach der April-Eruption verändert haben könnten.
Der etwa 700 Meter lange Eruptionsriss bringt derzeit einen eher kleinen Lavastrom hervor, der sich vor allem nach Osten bewegt. Dass der Ausbruch trotz geringerer Magmamenge erfolgte – nur rund zwei Drittel des vorherigen Volumens – sei ungewöhnlich, deute aber darauf hin, dass die Ausbruchsschwelle seit dem letzten Ereignis gesunken ist.
07:14
Basierend auf GPS-Messungen und Deformationssignalen ist es wahrscheinlich, dass es sich um einen relativ kleinen Ausbruch handelte. In diesem Zusammenhang ist auch erwähnenswert, dass sich vor Beginn des Ausbruchs unter Svartsengi etwa zwei Drittel der Magmamenge angesammelt hatte, die beim letzten Ausbruch von dort austrat.
Die Gasverschmutzung breitet sich von den Ausbruchsstellen nach Nordwesten in Richtung Vogar und Reykjanesbraut aus.
Angesichts der Lage des Risses und des Ausmaßes des Ausbruchs ist es unwahrscheinlich, dass der Lavastrom aus dem Riss eine Gefahr für Grindavík darstellt. Es wird sorgfältig beobachtet, ob Lava möglicherweise in Richtung der Grindavík-Straße nördlich von Stóra-Skógfell fließen könnte.
07:04 Uhr
Minney Sigurðardóttir, Naturgefahrenexpertin beim isländischen Wetterdienst, sagt, der Ort des Ausbruchs sei günstig, da er keine Infrastruktur bedrohe und weit von der Stadt Grindavík entfernt sei. Es bestehe lediglich die Möglichkeit, dass Lavaströme die Grindavík-Straße in der Nähe von Stora-Skógfell beschädigen könnten, allerdings nur, wenn der Ausbruch lange anhalte.
Hier folgen Updates auf Grundlage des Isländischen Wetterdienstes, der staatlichen Nachrichtenagentur RUV und des Zivilschutzes Islands. Titelfoto: Drohnenfoto Zivilschutz (Almannavarnadeild ríkislögreglustjóra)
Kurz vor Beginn des Ausbruchs war die seismische Aktivität zwischen Litla-Skógfell im Norden und Sundhnúk im Süden besonders intensiv. Die aufgezeichneten Beben weisen auf die Bildung eines rund 6,5 Kilometer langen Magmatunnels hin. Zum Vergleich: Beim vorherigen Ereignis war der Tunnel etwa 20 Kilometer lang.
Das folgende Video hat © Hörður Kristleifsson aufgenommen.
