In den ersten 10 Monaten dieses Jahres wurde bei fast 270 Menschen Gonorrhoe diagnostiziert, was einem Anstieg von 70 % im Vergleich zum Jahr 2022 entspricht. Die Mehrheit der mit Gonorrhoe diagnostizierten Personen sind Männer. Auch die Zahl der Syphilis-Fälle ist im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. Es gab keinen Anstieg der Fälle von Chlamydien wie Gonorrhoe.
Dies geht aus der neuen Ausgabe von Farsóttarfréta hervor, die vom Nationalen Gesundheitsdienst herausgegeben wird. Im vergangenen Jahr wurde bei einer Rekordzahl von 160 Gonorrhoe diagnostiziert. Außerdem heißt es, dass in Island in den ersten sieben Monaten des Jahres 2023 genauso viele Syphilisfälle diagnostiziert wurden wie im Jahr 2022, insgesamt also 50 Fälle. Ziel ist es daher, dass die Gesamtzahl der Syphilis-Fälle im Jahr 2023 die höchste seit 2017 sein wird. Männer machen die Mehrheit der Syphilis-Diagnosen in Island aus.
Auch in den anderen nordischen Ländern und in vielen europäischen Ländern ist nach Angaben des National Medical Board ein Anstieg der Gonorrhoe-Fälle in den Jahren 2022 und 2023 zu beobachten. In Irland haben die Meldungen über Chlamydien und Gonorrhoe im Jahr 2023 im Vergleich zu den gleichen Wochen im Jahr 2022 zugenommen. In Norwegen war der relative Anstieg der Gonorrhoe im Jahr 2022 bei jungen Frauen am größten. Europaweit ist die Häufigkeit jedoch bei Männern deutlich höher.
Nach Angaben der Europäischen Agentur für Epidemieprävention betrafen im Jahr 2021 über die Hälfte der Gonorrhoe-Fälle in EU-/EWR-Ländern Männer, die Sex mit Männern hatten, eine ähnliche Bewertung wurde jedoch in den letzten zwei Jahren nicht durchgeführt. Gonorrhoe kann durch die Verwendung von Kondomen beim Sex verhindert werden.
