In den Westfjorden konkretisieren sich die Pläne für ein neues Badeprojekt am Hvítisandur auf dem Gelände von Þórustaðir im Önundarfjörður. Geplant ist ein moderner Badestandort direkt an der Holtsfjara. Herzstück sind Meeresbäder (Sjóböð) am Ufer, ergänzt durch ein Servicegebäude mit Umkleiden, Gastronomie und weiteren Einrichtungen.
Es soll ein Tourismusangebot sei, das den Charakter der Region respektiert und auf zurückhaltende, in die Landschaft eingebettete Bauweise setzt. Zudem soll ein Ort gestärkt werden, der schon heute von Einheimischen regelmäßig für Aufenthalte am Meer und Strandausflüge genutzt wird.
Baden im und am Meer – ganzjährig geplant
Ein zentrales Element ist die Nutzung von erwärmtem Meerwasser. Über Wärmepumpen soll das Wasser auf Badetemperatur gebracht werden. Vorgesehen sind unter anderem ein großes Becken, mehrere Saunen mit unterschiedlichen Konzepten sowie zusätzliche Bereiche auf Stegen direkt am Meer.
Auch ein saisonal angepasster Betrieb ist vorgesehen: Während im Sommer die gesamte Anlage genutzt werden kann, könnte der Betrieb im Winter reduziert stattfinden, etwa mit Fokus auf kleinere Badebereiche und Saunen.
Architektur und Einbindung in die Landschaft
Materialien und Architektur orientieren sich am Standort. Ziel ist eine Entwicklung, die sich in die Umgebung einfügt und nicht dominiert. In den aktuellen Planungen ist kein Hotel vorgesehen. Der Fokus liegt klar auf Badeeinrichtungen, Gastronomie und ergänzender Infrastruktur – nicht auf Übernachtungsangeboten.
Infrastruktur und Zugang
Die Erschließung nutzt vorhandene Infrastruktur: Eine ehemalige Flugpiste dient künftig als Parkplatz, von dort führt ein kurzer Fußweg zu den Bädern. Ergänzend sind frei zugängliche Bereiche geplant, etwa Duschen für alle, die unabhängig vom Betrieb im Meer baden möchten.
Natur und Schutzmaßnahmen
Das Gebiet ist Lebensraum zahlreicher Vogelarten. Untersuchungen zeigen eine relevante Brutaktivität im direkten Umfeld sowie im erweiterten Gebiet. Geplante Maßnahmen sollen dem entgegenwirken. Dazu gehören Besucherlenkung über Wege, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Hinweise zum Schutz der Tierwelt sowie Bauzeiten außerhalb sensibler Brutphasen.
Öffentliche Beteiligung läuft
Die Planunterlagen liegen noch bis zum 15. Mai 2026 öffentlich aus. In dieser Zeit können Stellungnahmen eingereicht werden. Zusätzlich ist eine öffentliche Informationsveranstaltung angesetzt: Am 4. Mai 2026 findet im Edinborgarhúsið in Ísafjörður ein Tag der offenen Tür statt, bei der die Planungen vorgestellt und Fragen beantwortet werden.
Titelbild aus den Planungsunterlagen / Sen & Son Architekten Reykjavik
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