Guðmundur Fylkisson ist Person des Jahres 2025 – ein Polizist, der nicht wegschaut
Guðmundur Fylkisson wurde zur Person des Jahres 2025 gewählt. Der Polizeibeamte sucht seit Jahren nach vermissten Kindern und kritisiert offen systemische Versäumnisse. Die Auszeichnung fällt in ein Rekordjahr bei Suchanfragen.
Warum Guðmundur Fylkisson für viele Kinder der letzte Anker ist
An Ostern 2024 habe ich Guðmundur Fylkisson, liebevoll Gummi genannt, zum ersten Mal getroffen – oben am Berg Húsafell bei den Sundhnúkagígar. Ich war dort, um den Vulkanausbruch zu dokumentieren. Guðmundur flog an diesem Tag eine Drohne, kurzfristig als Vertretung für einen Polizeikollegen eingesprungen. Ein paar Tage später führten wir ein ausführliches Interview. Wer ihm zuhört, merkt schnell: Dieser Mann meint, was er sagt. Entsprechend konsequent habe ich auch meine Stimme abgegeben – für Guðmundur Fylkisson als Person des Jahres 2025.
Im Artikel aus dem vergangenen Jahr beschreibe ich mein Zusammentreffen mit Guðmundur im Vulkan-Ausbruchsgebiet zu Ostern 2025 und berichte über seine Arbeite
Nun ist es offiziell: Die Hörer von Rás 2 haben den Polizeibeamten Guðmundur Fylkisson zur Person des Jahres 2025 gewählt. Seit rund vier Jahrzehnten steht er im Polizeidienst, seit mehr als elf Jahren ist er auf die Suche nach vermissten Kindern spezialisiert. Gleichzeitig setzt er sich öffentlich und beharrlich für Kinder mit Suchterkrankungen und für deren Familien ein.
Die Auszeichnung kommt in einem Jahr, das für die Polizei einen traurigen Rekord brachte: Noch nie zuvor gab es so viele Suchanfragen nach vermissten oder weggelaufenen Kindern. Guðmundur wurde nominiert, weil er unermüdlich nach vermissten Kindern sucht, Eltern begleitet, Missstände klar benennt und immer wieder daran erinnert, dass Kinder Zeit, Nähe und verlässliche Strukturen brauchen. Neben ihm waren unter anderem Politiker, Kulturschaffende, Aktivisten sowie Angehörige von Menschen mit Behinderungen nominiert.
Die Auszeichnung zur Person des Jahres 2025 steht in einem bitteren Kontext. Innerhalb von nur etwas mehr als einem Jahr trug Guðmundur Fylkisson drei Särge junger Menschen, die den Kampf gegen die Sucht verloren hatten – Kinder und Jugendliche, nach denen er zuvor selbst immer wieder gesucht hatte. Trotz angekündigter Reformen und neuer Einrichtungen warnt Guðmundur eindringlich: Es werde zu spät gehandelt. Solange Zuständigkeiten unklar bleiben und der Fokus nicht konsequent auf wirklicher Therapie statt bloßer Schadensminimierung liege, verliere die Gesellschaft weiterhin genau jene Kinder, die am dringendsten Hilfe brauchen.
Guðmundur scheut sich nicht, das System offen zu kritisieren. Er spricht von Mauern zwischen Schul-, Gesundheits-, Sozial- und Kinderschutzsystem, die eingerissen werden müssten. Berichte und Arbeitsgruppen gebe es viele, konkrete Verbesserungen für besonders gefährdete Kinder jedoch zu wenige. Die letzten Jahre hätten gezeigt, dass bloße Schadensbegrenzung nicht ausreiche.
Rückzug und Erholung findet er im Norden, in Strandir, wo die Straße endet und der Mobilfunkempfang schwach wird. Dort schöpft er Kraft – für einen Beruf, in dem Aufgeben keine Option ist.
Guðmundur ist außerdem Vorsitzender der Hafenbehörde von Hafnarfjörður und betreibt eine Facebook-Gruppe mit dem namen „Project Henry“, in der es um die Vogelwelt in Hafbarfjördur geht.
Er engagiert sich beim Aufbau eines Polizeimuseums und möchte die Geschichte des Polizeiwesens weitergeben. Vor allem aber ist er Großvater – eine Rolle, die ihm sichtlich Freude bereitet.
Die Wahl zur Person des Jahres 2025 ist Anerkennung für einen Mann, der hinschaut, wenn andere wegsehen – und der seit Jahren laut ausspricht, was viele nur leise denken.
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