Der Vulkan Hekla gilt weiterhin als ausbruchsbereit, doch wann es tatsächlich zu einer Eruption kommt, lässt sich nicht vorhersagen. Das betont bei RUV der Geophysiker Halldór Geirsson von der Fakultät für Geowissenschaften an der Universität Island.
Neue Messungen zeigen, dass sich das Land unter dem Vulkan weiter anhebt – ein Zeichen für den zunehmenden Magmadruck. Allerdings sei der Magmazufluss mit 250 bis 500 Litern pro Sekunde deutlich geringer als beispielsweise unter Svartsengi, wo er fünf- bis zehnmal so hoch ist.
Messungen seit Jahrzehnten
Bereits seit den 1970er-Jahren überwachen Wissenschaftler die Hekla. „Wir messen die Höhe zwischen den Punkten einer Messlinie und berechnen daraus die Neigungsänderungen. Im Grunde haben wir einen riesigen Neigungsmesser, rund 200 Meter lang“, erklärt Geirsson.
Seit dem letzten Ausbruch im Jahr 2000 ist die Ausdehnung des Landes kontinuierlich weitergegangen und hat inzwischen das Niveau vor diesem Ausbruch weit überschritten. „Das Magma sammelt sich weiter an, auch wenn die Anstiegsrate geringer sein könnte“, so der Geophysiker.
Unklare Zyklen
Historisch gesehen brach die Hekla um die Jahrhundertwende etwa alle zehn Jahre aus. Zuvor lagen zwischen zwei Ausbrüchen oft rund 100 Jahre. Der Vulkan gilt deshalb als besonders schwer berechenbar.
„Kann morgen oder in 100 Jahren sein“
Die Wissenschaftler führen ihre Messungen einmal pro Jahr durch. Ob der nächste Ausbruch unmittelbar bevorsteht oder erst in Jahrzehnten erfolgen wird, ist offen.
„Wir haben die Ausdehnung von vor dem Jahr 2000 längst überschritten. Das bedeutet, dass Hekla jederzeit ausbruchsbereit ist. Ob das heute, morgen oder in 50 bis 100 Jahren geschieht, kann niemand vorhersagen“, sagt Geirsson.
Titelbild Vulkan Hekla / Mirjam Lassak
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