Magmamenge unter Svartsengi nimmt weiter zu – Ausbruchsszenario bleibt wahrscheinlich
Unter Svartsengi nimmt die Magmamenge weiter zu. Laut Meteorologischem Amt bleibt ein Ausbruch im Sundhnúk-Kratergebiet das wahrscheinlichste Szenario. Die Risikobewertung wurde bis März verlängert.
Seit dem letzten Vulkanausbruch im Juli 2025 sammelt sich unter Svartsengi weiterhin Magma an. Nach aktuellen Modellrechnungen haben sich inzwischen rund 21 Millionen Kubikmeter angesammelt. Das bisherige Maximum der Magmamenge liegt bei 22,6 Millionen Kubikmetern.
Langsame, aber stetige Magmaansammlung
Die Magmaansammlung unter Svartsengi verläuft weiterhin langsam, jedoch konstant. Dieses Muster entspricht den Beobachtungen der vergangenen Wochen. Die aktuelle Entwicklung deutet darauf hin, dass sich das System weiter auflädt, ohne bislang eine plötzliche Beschleunigung zu zeigen.
Wahrscheinlichstes Szenario: Magmafluss in die Sundhnúk-Kraterserie
Sollte sich der aktuelle Trend fortsetzen, gilt ein Magmastrom von Svartsengi in die Sundhnúk-Kraterserie als wahrscheinlichstes Szenario. Ein daraus resultierender Vulkanausbruch könnte in den kommenden Wochen erfolgen. Nach Einschätzung der Fachleute würde ein solcher Ausbruch voraussichtlich ähnlich verlaufen wie die bisherigen Ereignisse im Sundhnúk-Kratergebirge.
An anderen Stellen der Reykjanes-Halbinsel wurden derzeit keine Hinweise auf neue Magmaansammlungen festgestellt.
Seismische Aktivität bleibt auf niedrigem Niveau
In Svartsengi selbst wird weiterhin nur eine geringe seismische Aktivität registriert. Deutlich aktiver zeigte sich zuletzt der Bereich um Lambafell. Dort ereignete sich am 28. Januar ein Erdbebenschwarm mit fast 200 einzelnen Beben.
Insgesamt wurden innerhalb einer Woche mehr als 260 Erdbeben auf der Halbinsel Reykjanes gemessen. Das stärkste erreichte eine Magnitude von M3. Solche Schwärme gelten in dieser Region als typisch; ein vergleichbares Ereignis trat zuletzt im Juli 2024 auf.
Satellitendaten bestätigen Landhebung nur bei Svartsengi
Ein neu ausgewertetes satellitengestütztes InSAR-Bild, das den Zeitraum vom 9. August 2025 bis zum 30. Januar 2026 abdeckt, zeigt eine deutliche Landhebung ausschließlich im Gebiet von Svartsengi. In anderen Teilen der Reykjanes-Halbinsel konnten keine vergleichbaren Bodenbewegungen festgestellt werden.
Satellitenbild aus dem Zeitraum 9. August 2025 – 30. Januar 2026, das eine Landhebung bei Svartsengi zeigt. Credit: Vedur.is
Risikobewertung unverändert
Die Risikobewertung des Isländischen Meteorologischen Amtes bleibt unverändert bestehen und wurde bis zum 3. März 2026 verlängert. Die Lage wird weiterhin engmaschig überwacht. Sollte sich die Situation verändern, will die Behörde die Bewertung entsprechend anpassen.
Titelbild: Lavafeld an den Sundhnúkagígar / Mirjam Lassak
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