NATO-Generalsekretär Mark Rutte besuchte gestern Island – sein erster offizieller Arbeitsbesuch seit seinem Amtsantritt im Oktober 2024. Der Tag begann im Sicherheitsbereich des Flughafens Keflavík, wo er Außenministerin Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir traf und sich über die isländische Luftverteidigungsstruktur informierte. Trotz widriger Witterung folgte anschließend ein dichtes Programm in Reykjavík: Treffen mit Premierministerin Kristrún Frostadóttir, Pressekonferenz im Kabinett und Gespräche im Althingi.
10-Milliarden-Projekt in Helguvík unterschrieben
Am Morgen wurde eine Absichtserklärung für ein großangelegtes NATO-Infrastrukturprojekt in Helguvík in der Nähe des Internationalen Flughafens KEF unterzeichnet.
Kernpunkte:
- Erweiterung des NATO-Öllagers
- Bau eines 390 Meter langen Liegeplatzes
- 25.000 m³ zusätzliches Lagervolumen
- Finanzierung durch die NATO
- 100 neue Arbeitsplätze während der Bauzeit
Außenministerin Þorgerður betonte, das Projekt sei „von enormer Bedeutung für Sicherheit und Verteidigung in der Arktis“ und diene sowohl militärischen als auch zivilen Zwecken. Bürgermeister Kjartan Már Kjartansson sprach von einem „entscheidenden Entwicklungsschub“ für Reykjanesbær.
Island als Schlüsselstandort der NATO
Auf der gemeinsamen Pressekonferenz unterstrich Premierministerin Kristrún Frostadóttir die strategische Bedeutung Islands im Nordatlantik – gerade vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und einer erstarkten russischen U-Boot-Flotte in der Arktis.
Rutte bezeichnete Island als „Augen und Ohren der NATO“, dank der Überwachungs- und Luftverteidigungsinfrastruktur im Land. Die Regierung plane, den Verteidigungsetat wie zugesagt auf 1,5 % des BIP zu erhöhen – ein Schritt, den Rutte ausdrücklich lobte.
Er machte zudem deutlich, dass die NATO ihre Aktivitäten in Island weiter verstärken werde, insbesondere in Keflavík.
Ukraine, Arktis und Sicherheitspolitik
Rutte bekräftigte, die Unterstützung für die Ukraine habe höchste Priorität. Er lobte den Verlauf der Friedensgespräche und dankte Island für seinen finanziellen Beitrag zu Munition, Prothesenversorgung und Minenräumung.
Zur Arktis sagte er, dass sich neue Schifffahrtswege öffneten, die Gegner des Bündnisses ausnutzen wollten. Daher sei es entscheidend, auf beiden Seiten des Nordatlantiks präsent zu sein.
Demonstrationen und politische Spannungen
Während des Besuchs demonstrierte die „Allianz der Militärgegner“ (SHA) gegen die NATO-Präsenz und forderte erneut einen isländischen Austritt aus dem Bündnis. Die Organisation kritisierte das nukleare Abschreckungskonzept der NATO sowie steigende Militärausgaben.
Ausblick
Der Besuch Ruttes endet am Abend mit Gesprächen im Parlament. Abschließend wird ein Interview im Programm Kastljós ausgestrahlt. Die Regierung sieht den Tag als klares Signal, dass Islands Rolle im Bündnis weiter wächst – sicherheitspolitisch wie wirtschaftlich.
Fotos: Zur Verfügung gestellt von der Flickr-Seite der Premierministerin
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