Heute ist es 109 Jahre her, dass Frauen in Island das Wahlrecht erhielten. Zu diesem Anlass wurde heute Morgen im Rahmen einer Zeremonie in Hólavallagarð ein Kranz auf dem Weg von Bríeta Bjarnhédinsdóttir niedergelegt.
Briet setzte sich für Frauenrechte ein und war die erste Frau, die für das Parlament kandidierte. Sie gründete unter anderem Kvennablaðið und war Leiterin der Frauenrechtsvereinigung Islands.
Eine neue Generation übernimmt die Fackel
Þórdís Lóa Þórhallsdóttir, Präsidentin des Stadtrats, hielt eine Rede und ihre Cousinen Álfrún Hanna Gissurardóttir und Lóa Björk Gissurardóttir legten den Kranz nieder. Þórdís Petra Ólafsdóttir sang bei der Zeremonie mehrere Lieder.
In der Ansprache konzentrierte sich Þórdís auf den Generationswechsel im Kampf für Gleichberechtigung. Jede Generation steht vor neuen Herausforderungen in Sachen Gleichberechtigung, neuen Wellen von Vorurteilen und neuen Rückschlägen, die es zu überwinden gilt.
Sie erklärte, sie sei besorgt über einen Rückschlag im Kampf für Gleichberechtigung, sagte jedoch in einem Interview mit mbl.is, dass es symbolisch sei, die junge Generation zur Teilnahme an der Zeremonie zu bewegen.
„Eigentlich sage ich ihnen: Na, Mädels, jetzt müsst ihr übernehmen“, sagt Þórdís und lacht.
Ein Rückschlag im Kampf um Gleichberechtigung
Auf den Rückschlag angesprochen, erwähnt sie ausdrücklich die jüngste Präsidentschaftswahl, bei der ihr auf Spanisch klar wurde, welche Art von Fragen der Präsidentschaftskandidat Baldur Þórhallsson erhielt.
Was sie sagt, erinnert an Fragen, die Vigdís Finnbogadóttir erhielt, als sie 1980 als erste Frau für das Präsidentenamt kandidierte.
„Baldur Þórhallsson […] „Bekam sehr mittelalterliche Fragen zu seiner Familie und seiner Ehe, nur weil er schwul war“, sagte Þórdís in seiner Ansprache.
Auf die Frage, warum ihrer Meinung nach die Gegenreaktion verursacht wird, sagt sie, dass dies unter anderem auf die weltweit stattfindende Polarisierung zurückzuführen sei. Zwangsläufig wird man es auch hierzulande spüren.

