In Südisland haben fünf Pelzfarmen ihren Betrieb eingestellt, wie die Bauernzeitung bbl.is berichtet. Auch die zentrale Mastanlage in Selfoss wurde geschlossen. Die Schlachtung aller Tiere ist abgeschlossen, und die Felle sollen im nächsten Jahr verkauft werden, um die Futterkosten zu decken. Übrig bleibt nur noch eine Nerzfarm in Mosfellssveit – die letzte ihrer Art in ganz Island.
Ein Zusammenbruch, der sich seit Jahren angekündigt hat
Björn Harðarson, Vorsitzender der Pelztierzüchter-Abteilung des Bauernverbandes und Züchter auf Holt I, gehört zu den Landwirten, die ihren gesamten Bestand von rund 1.500 Nerzen schlachten mussten. Da nur noch ein Betrieb übrig ist, gilt die Pelztierzucht in Island nun praktisch als stillgelegt.
Björn berichtet, dass er 2012 gemeinsam mit seinem Schwiegersohn in alten Schafställen begann. In wirtschaftlich guten Jahren wurde 2014 ein neues Zuchthaus gebaut, doch genau dann brachen die Preise ein. Die Gebäude sollen künftig als Lager dienen, da die großen, ungedämmten Hallen kaum anders nutzbar sind. Die übrigen Züchter wechseln in andere landwirtschaftliche Bereiche oder hören aus Altersgründen ganz auf.
Weltweite Nachfrage vorhanden, aber Preise dauerhaft zerstört
Obwohl Pelze weltweit – vor allem in China – weiterhin gefragt sind, leidet der Markt unter riesigen Lagerbeständen, die seit dem Preissturz 2014 nicht abgebaut wurden. Pandemie und Ukraine-Krieg verschärften die Lage zusätzlich. Laut Björn ist der wirtschaftliche Boden für isländische Pelzfarmen dadurch komplett weggebrochen.
Schließung der Futtermühle gibt der Branche den Rest
Auch Bjarni Stefánsson, Pelztier- und Rinderzüchter in Túni I, steht vor dem Aus. Er hat die Schlachtung von rund 2.000 Tieren fast abgeschlossen, eine Arbeit, die den gesamten November beanspruchte. Besonders schwer wog für ihn die Schließung der Futtermühle in Selfoss, die Futter für fünf der sechs isländischen Nerzfarmen produzierte. Die Rohstoffe – hauptsächlich Fisch- und Schlachtabfälle – könnten künftig zur Herstellung von Fleischmehl verwendet werden.
34 Jahre Erfolg – und ein schmerzvoller Abschied
Bjarni blickt auf 34 Jahre in der Nerzzucht zurück. Er beschreibt die Branche als wichtigen Wertschöpfungszweig, der Kleidung aus natürlichen Rohstoffen produzierte und spezialisierte Arbeitsplätze schuf. Die Schlachtung der Tiere bezeichnet er als emotional belastend. Wirtschaftlich sei jedoch kein Weiterbetrieb möglich gewesen: starke Krone, hohe Zinsen und hohe Löhne hätten die gesamte Landwirtschaft unter Druck gesetzt.
Zahlreiche Arbeitsplätze betroffen
Mit dem Ende der Nerzzucht in Südisland droht der Verlust von jeweils zwei bis drei Arbeitsplätzen auf jedem der fünf betroffenen Höfe. Weitere Stellen fallen in der Häuteverarbeitung sowie in der geschlossenen Futtermühle weg. Das Ende der Pelztierzucht trifft daher mehrere Gemeinden wirtschaftlich spürbar.
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