Die Belastung der Meere rund um Island mit Plastik bleibt hoch. Bei der aktuellen Untersuchung für das Jahr 2025 wurde bei 68 Prozent der untersuchten Eissturmvögel Plastik im Verdauungstrakt nachgewiesen. In 18 Prozent der Fälle lag die Menge über dem OSPAR-Grenzwert von 0,1 Gramm pro Vogel. Das OSPAR-Übereinkommen (Oslo-Paris-Konvention) zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks legt diverse Grenzwerte und Qualitätsstandards fest, um Verschmutzungen zu reduzieren.
Das geht aus dem neuen Bericht der Naturforschungsstelle Nordostislands hervor, der im Auftrag der Umwelt- und Energiebehörde erstellt wurde. Im Jahr 2025 wurden 22 Eissturmvögel untersucht. Alle Tiere stammten aus Borgarfjörður eystri und aus Netzen von Fischern als Beifang.

Bild aus dem Bericht der Náttúrustofa Norðausturlands
Die wichtigsten Ergebnisse:
- 68 % der Vögel enthielten Plastik. Der Langzeitdurchschnitt seit Beginn des Monitorings 2018 liegt bei 73 %.
- Durchschnittlich wurden 6,7 Plastikpartikel pro Vogel gefunden. Der bisherige Mittelwert liegt bei 5,4 Partikeln.
- Der Höchstwert lag bei 59 Plastikpartikeln in einem einzelnen Tier.
- 18 % der Vögel überschritten den Schwellenwert von 0,1 Gramm Plastik.
Das OSPAR-Ziel sieht vor, dass weniger als 10 Prozent der untersuchten Vögel mehr als 0,1 Gramm Plastik im Magen aufweisen dürfen – berechnet über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren mit ausreichend großer Stichprobe. Dieser Wert wird weiterhin deutlich überschritten.
Seit Beginn der Überwachung im Jahr 2018 wurden insgesamt 267 Eissturmvögel untersucht. Über den gesamten Zeitraum hinweg enthielten 73 Prozent Plastik. 16 Prozent lagen über dem Grenzwert von 0,1 Gramm.
Die Untersuchung von Plastik im Magen von Eissturmvögeln ist Teil der Verpflichtungen aus dem OSPAR-Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, dem Island 1997 beigetreten ist. Eissturmvögel eignen sich besonders als Indikatorart, da sie ausschließlich auf dem Meer fressen, häufig an der Oberfläche Nahrung aufnehmen und verschlucktes Plastik nicht wieder auswürgen. Es sammelt sich im Magen an und kann wissenschaftlich ausgewertet werden.
Wichtig für die Einordnung: Die Tiere legen außerhalb der Brutzeit weite Strecken im Nordatlantik zurück. Das gefundene Plastik muss daher nicht zwingend in isländischen Gewässern aufgenommen worden sein, sondern kann die Belastung großer Teile des Nordatlantiks widerspiegeln.
Titelbild: Eissturmvögel in den Klippen auf Snaefellsnes / Mirjam Lassak
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